Wie Bewusstsein entsteht

Der gesuchte Prozess ist der im letzten Abschnitt erläuterte Entfaltungsvorgang. Er findet bei jeder Bildung eines Software-Atoms oder -Moleküls statt. Aus dem Hardware-Atom oder -Molekül, also aus der inneren Welt, taucht dann die Information zur Strukturierung des Raumes innerhalb des sich bildenden Software-Atoms oder -Moleküls auf. Das erzeugt Bewusstsein. Es ist somit Information aus der inneren Welt, die in dem Moment zu Bewusstsein wird, also erlebt wird, wenn sie in der räumlichen Welt auftaucht und dort etwas bewirkt. Sie strukturiert den Raum, und zwar so, dass daraus das sich bildende Software-Atom oder -Molekül entsteht.
Das ist das Grundprinzip des Bewusstseins. Es gibt es also bei jeder Bildung eines Software-Atoms oder -Moleküls. Es ist stets extrem kurzzeitig, denn es verschwindet wieder, wenn die Strukturierung des Raumes abgeschlossen ist. Man kann daher sagen, dass jede Bildung eines Software-Atoms oder -Moleküls mit einem „Bewusstseinsblitz“ verbunden ist.
Zur bewusstseinserzeugenden Information selbst kann die Hypothese der inneren Welt (HIW) nichts sagen, denn sie kommt ja aus der intrinsischen Natur und die ist der Physik nicht zugänglich. Nur über unser menschliches Bewusstsein können wir etwas über sie erfahren, das war ja auch genau der Ausgangspunkt von Bertrand Russell in seinem Essay „Mind and Matter“. Und so ist es auch, denn in unserem Gehirn, ich greife da etwas vorweg, werden ständig Moleküle in unermesslicher Zahl gebildet. Und in jedem taucht im Moment der Bildung die entsprechende Information aus der inneren Welt auf. Sie stellt die winzigen Bausteine unseres Bewusstseins dar und das Gehirn setzt sie zum strukturierten und einheitlichen Bewusstsein zusammen. Wenn Sie eine rote Kugel betrachten, dann taucht sie in Ihrem Bewusstsein auf. Sie erleben die rote Kugel und sowohl das „Rot“ als auch die „Kugel“ setzen sich aus Informationen aus der inneren Welt zusammen. Diese Informationen sind nicht einheitlich, es gibt bei ihnen große Unterschiede und die führen zu den großen Unterschieden bei unserem Erleben. Daher ist das „Rot“ ganz anders als die „Kugel“.
Der Zwei-Aspekte-Monismus ist eng verwandt mit dem Panpsychismus. Der sagt, dass alles Bewusstsein hat, auch schon ein Elementarteilchen. Das stimmt nicht ganz, denn Elementarteilchen haben niemals Bewusstsein. Zwar können sich Software-Elementarteilchen neu bilden, das geschieht zum Beispiel massenhaft bei den Experimenten beim LHC (Large Hadron Collider) in Genf. Aber bei ihnen gibt es keine Entfaltungsvorgänge, dadurch kennen sie kein Bewusstsein.
Wie von mir erläutert, hat die gemäßigte Variante des Zwei-Aspekte-Monismus zwei große Probleme, das sind das Kombinations- und das Dominanz-Problem. Beide Probleme können gelöst werden, das zeige ich gleich, wenn es um das menschliche Bewusstsein geht.