Wie sieht das neue Leben nach dem Tod aus?

Unser innerer Körper und damit unser „Ich“ überdauert unseren Tod und gehört nach dem Tod dem Bewusstsein der inneren Welt an. Das auch mit einem Erleben verbunden ist. Wie aber sieht dieses Erleben aus?

In der inneren Welt gibt es keine Trennung. Unser innerer Körper ist nach unserem Tod dort mit allem anderen verbunden. Das liegt daran, dass alle Materie aus identischen Bausteinen, beispielsweise identischen Elektronen, besteht. Daher basieren alle Abbilder in der inneren Welt auf identischer Information, was alle Abbilder miteinander verbindet. Was natürlich auch jeden inneren Körper mit allem anderen in der inneren Welt verbindet. Daher ist es gar nicht so falsch, wenn die fernöstlichen Weisen verkünden, dass in der wahren Welt „alles eins“ ist.

Wie kommt es zum Erleben in unserem jetzigen Leben? Das macht unser Gehirn, indem es unser Bewusstsein ständig verändert. Es ist diese Veränderung, die unser Erleben bewirkt. Auch die innere Welt wird ständig verändert, daher gibt es auch in der inneren Welt ein Erleben. Was verändert die innere Welt? Es ist die materielle Welt, indem sie ständig neue Abbilder an die innere Welt schickt. Es sind die neuen Abbilder, die die innere Welt erlebt.

Da es in der inneren Welt keine Trennung gibt, erleben wir nach unserem Tod genau das, was die innere Welt erlebt. Wir erleben also alle neuen Abbilder, die in der inneren Welt auftauchen. Das klingt abstrakt, daher will ich es griffiger formulieren: Wir werden nach unserem Tod alles erleben, was in der materiellen Welt passiert. Bis auf die kleinste Kleinigkeit. Das bedeutet, dass die Verstorbenen alles sehen und hören, was hier auf der Erde passiert. Denn das ist ein Teil von dem, was sie erleben. Aber natürlich ist dieses Sehen und Hören in der inneren Welt ein ganz Anderes als hier auf der Erde.

Werden wir nach unserem Tod unsere verstorbenen Partner, Verwandten und Bekannten treffen? Sicher ist, dass es sie auch in der inneren Welt gibt und dass wir mit ihnen nach unserem Tod verbunden sein werden. Wie aber sieht die Verbundenheit aus? Wir haben ein gemeinsames Bewusstsein und wir erleben alle das Gleiche. Mit unserem jetzigen isolierten Bewusstsein können wir uns das allerdings nicht vorstellen.

Gibt es im neuen Leben Erinnerungen an das irdische Leben? Dazu zunächst zur Frage, wie es im irdischen Leben zu den Erinnerungen kommt. Es gibt immer dann Erinnerungen, wenn zumindest ein Teil des gleichen Bewusstseins-Netzwerks wie beim Originalerlebnis wieder im Gehirn aktiv ist. In der Regel ist das allerdings nur ein kleiner Teil, deshalb sind Erinnerungen viel weniger detailreich als das Originalerlebnis. Wenn ein kleiner Teil des gleichen Bewusstseins-Netzwerks wie beim Originalerlebnis wieder aktiv ist, dann bedeutet das auch, dass ein kleiner Teil der gleichen Information aus der inneren Welt wie beim Originalerlebnis auftaucht. Daher tauchen die Erinnerungen in unserem Bewusstsein auf. Wobei die Strukturierung der Erinnerungen vom Gehirn kommt. Also gibt es ohne Gehirn eigentlich keine Erinnerungen. Also sollten wir im neuen Leben eigentlich keine Erinnerungen an das irdische Leben haben. Wobei die Betonung auf „eigentlich“ liegt. Denn es ist viel zu wenig über die innere Welt bekannt. Insbesondere zu deren Organisation. Daher kann es schon sein, dass es die Erinnerungen auch in der inneren Welt gibt und dass sie zum inneren Körper jedes Menschen gehören. Und zwar für alle Zeiten, denn falls es die Erinnerungen in der inneren Welt tatsächlich gibt, dann sind sie unvergänglich und ständig präsent. Ein Verdrängen ist unmöglich. Sollte es in der inneren Welt dazu noch eine Bewertung der Erinnerungen geben, dann wäre das natürlich ein für manche Menschen sehr ungünstiger Aspekt des neuen Lebens.

Ist das neue Leben in der inneren Welt das ewige Leben? Tatsächlich ist die innere Welt ja abhängig von der materiellen Welt, sie führt kein unabhängiges Dasein. Das gilt insbesondere auch für das mit dem Bewusstsein der inneren Welt verbundene Erleben. Das gibt es nur solange, wie die materielle Welt neue Abbilder an die innere Welt liefert. Würde also jetzt die Aktivität in der materiellen Welt abrupt aufhören, dann würde auch sofort das Erleben aus der inneren Welt verschwinden. Und mit dem Erleben verschwände auch das neue Leben für alle Verstorbenen. Es gäbe dann zwar nach wie vor noch alle inneren Körper. Es gäbe nach wie vor noch das Bewusstsein der inneren Welt. Aber es wäre völlig statisch, es wäre dann damit kein Erleben mehr verbunden. Und ohne Erleben könnte man nicht mehr von einem neuen Leben in der inneren Welt sprechen. In den nächsten Milliarden Jahren wird die Aktivität in der materiellen Welt allerdings nicht aufhören. Daher wird es in den nächsten Milliarden Jahren auch ein Erleben in der inneren Welt geben. Aber es geht um die Frage nach dem ewigen Leben in der inneren Welt.

Tatsächlich wird irgendwann jede Aktivität im Universum verschwinden. Denn irgendwann werden alle Sterne ausgebrannt sein und damit alle Energiequellen verschwunden sein. Dann werden von der materiellen Welt keine neuen Abbilder mehr an die innere Welt geliefert und damit verschwindet auch das Erleben in der inneren Welt. Die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr hoch, dass das nicht das Ende der materiellen Welt sein wird. Dafür gibt es einige Szenarien. Beispielsweise das zyklische Universum oder das Multiversum mit sich unaufhörlich neu bildenden Universen. Diese Szenarien bedeuten, dass das Erleben in der inneren Welt keine Grenze hat. Daher werden wir alle das ewige Leben haben. Was aber heißt „ewig“? Wird uns dann nicht langweilig werden? Dazu müssen wir uns die Zeit in der inneren Welt etwas genauer anschauen.

Die innere Welt selbst ist zwar zeitlos, sie ist aber über den Informationsaustausch an die Zeit der materiellen Welt angebunden. Das hat Konsequenzen. Denn es bedeutet, dass die erlebte Zeit im neuen Leben ganz anders ist als im jetzigen Leben. Erstens gibt es keine Gegenwart und zweitens „dauert“ die Zeit auch nicht. Unterstellt man, dass die materielle Welt kein Ende hat, so kann man sagen: Im neuen Leben passiert unendlich viel und alles passiert zur gleichen Zeit. Es gibt keine Gegenwart, es gibt keine Vergangenheit und es gibt auch keine Zukunft. Vorstellen können wir uns das nicht.