Der experimentelle Nachweis der inneren Welt

Eine „gute“ Theorie, so die gängige Meinung, muss falsifizierbar sein. Damit meint man, dass man Experimente durchführen kann, die die Theorie bestätigen oder widerlegen. Das ist bei der „Theorie der inneren Welt“ möglich. Denn sie führt zu anderen Superpositionszuständen als die herkömmliche Quantenphysik: Sie enthalten nicht alle Zustände, die möglich sind, sondern nur diejenigen, die es bereits gegeben hat. Bei den Atomen und kleineren Molekülen macht das heute keinen messbaren Unterschied mehr (das ist wichtig, denn da funktioniert die herkömmliche Quantenphysik ja ganz hervorragend). Je größer aber ein Objekt, desto ausgeprägter der Unterschied. Ist ein Objekt so groß, dass es einmalig in der materiellen Welt ist, dann kann es sich, im Gegensatz zu dem, was die herkömmliche Quantenphysik besagt, in gar keinen Superpositionszuständen mehr befinden. Das stimmt voll und ganz mit der Realität überein. Denn alle makroskopischen Objekte um uns herum sind ja nie in Superpositionszuständen. Das gilt auch für Messgeräte, was das Messproblem löst.

Aber schon große Moleküle haben gemäß der „Theorie der inneren Welt“ deutlich unterschiedliche Superpositionszustände als gemäß der herkömmlichen Quantenphysik. Der experimentelle Nachweis dieser unterschiedlichen Superpositionszustände bestätigt die Existenz der inneren Welt. Hier ein Vorschlag für ein entsprechendes Experiment:

Kunststoffe bestehen aus riesigen Molekülen, sogenannten synthetischen Polymermolekülen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie in der Natur nicht vorkommen. Es stellt daher kein Problem dar, in der Praxis geschieht das oft, ein neues Polymermolekül zu erzeugen, das es hier auf der Erde bislang nicht gegeben hat. Gehen wir weiterhin davon aus, dass es dieses Polymermolekül noch nirgends in der materiellen Welt gegeben hat. Das könnte kritisch sein, wenn sie voller Planeten mit Lebewesen ist.

Das neue Polymermolekül gleicht einer Perlenkette, wobei jede Perle ein kleines Molekül darstellt. Es gibt von ihnen zwei verschiedene, nennen wir sie A und B. Entscheidend ist, dass sich A und B beliebig anordnen lassen. Nehmen wir vereinfachend an (das ändert nichts am Prinzip), dass das neue Polymermolekül sehr klein ist. Es entspricht einer Kette aus nur vier Perlen mit jeweils zwei A und zwei B. Dann sind sechs verschiedene Anordnungen der A und B möglich, hergestellt werden aber nur zwei.

Man stellt insgesamt 600 Polymermoleküle her, die eine Anordnung 540 Mal, die andere 60 Mal.
Danach werden diese 600 Polymermoleküle vollkommen von ihrer Umgebung isoliert. Dann gehen sie in Superpositionszustände über. Gemäß der herkömmlichen Quantenphysik bestehen die Superpositionszustände jeweils aus allen sechs verschiedenen Anordnungen. Und alle haben die gleiche Wahrscheinlichkeit von 16,66%. Gemäß der inneren Welt bestehen die Superpositionszustände jeweils nur aus denjenigen Anordnungen, die es bereits gegeben hat. Also nur aus zwei. Die eine hat eine Wahrscheinlichkeit von 90%, die andere von 10%.

Danach werden die Polymermoleküle wieder in enge Wechselwirkung mit ihrer Umgebung gebracht. Das entspricht einer Messung. Dadurch kollabieren alle Superpositionszustände und jeweils eine einzige Anordnung bleibt übrig. Hat die herkömmliche Quantenphysik recht, dann werden alle sechs Anordnungen je ca. 100 Mal übrigbleiben. Stimmt hingegen die „Theorie der inneren Welt“, dann bleiben nur zwei Anordnungen übrig, die eine 540 Mal, die andere 60 Mal.