Die Hypothese der inneren Welt

Wie ich in der Einleitung schon gesagt habe, setzte ich mir vor einigen Jahren ein äußerst ehrgeiziges Ziel. Ich wollte klären, wie unser Bewusstsein entsteht. Tatsächlich ist es ein völlig einzigartiges Rätsel. Es gibt zwar viele Rätsel. Wie zum Beispiel die bislang nicht mögliche Vereinigung der Quantentheorie mit der allgemeinen Relativitätstheorie. Oder das Rätsel des Ursprungs des Lebens und der Krankheit Krebs. Aber bei allen diesen Rätseln gibt es zumindest Lösungsansätze. Anders beim Bewusstsein.
Was ist eigentlich Bewusstsein? Ausführlich werde ich das im nächsten Kapitel diskutieren, aber hier schon ein kleiner Einstieg. Manche sagen, dass Bewusstsein das ist, was auftaucht, wenn wir morgens aufwachen und das verschwindet, wenn wir abends einschlafen. Wobei wir auch im Schlaf phasenweise bei Bewusstsein sind. Nämlich immer dann, wenn wir träumen. Die Besonderheit beim Träumen besteht darin, dass es weder einen Input von den Sinnesorganen, noch einen Output an die Muskeln gibt. Das Gehirn ist vielmehr voll und ganz mit sich selbst beschäftigt.
Allgemein akzeptiert ist die Definition von Bewusstsein als einem Erleben. Man erlebt das, was von den Sinnesorganen und dem Körper kommt. Man erlebt aber auch Erinnerungen und abstrakte Gedanken. Begleitet wird das von Gefühlen und Emotionen, auch sie gehören zum Bewusstsein. All das ist mit „Erleben“ gemeint. Wobei man üblicherweise hinzufügt, dass es sich um ein „subjektives“ Erleben handelt. Weil es für Außenstehende nicht sichtbar ist. Nur ich selbst weiß von meinem Erleben. Ich kann zwar darüber berichten, aber für mein Gegenüber lässt sich nicht feststellen, ob das stimmt, was ich sage. Daher der Zusatz „subjektiv“.
Unser gesamtes Dasein besteht ausschließlich aus dem Bewusstsein. Denn wir kennen nur das mit ihm verbundene Erleben, etwas Anderes kennen wir nicht. Verschwindet das Bewusstsein, dann verschwindet auch die Wahrnehmung unserer Existenz. Ohne Bewusstsein weiß ich nicht, dass ich existiere. Was zeigt, dass es für uns das wichtigste Phänomen überhaupt ist.
Daher stellten sich die Menschen wohl schon immer die Frage, wie das Bewusstsein erzeugt wird. Besonders intensiv wurde und wird diese Frage von den Neurowissenschaftlern und den Philosophen gestellt. Für die Neurowissenschaftler ist die Sache klar: Das Bewusstsein wird voll und ganz vom Gehirn erzeugt. Leider aber können sie auch nicht ansatzweise zeigen, wie das geschehen soll. Sicher ist allerdings, dass es einen Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Gehirn gibt. Das Bewusstsein ist nämlich völlig abhängig von der Gehirnaktivität. Ist sie herabgesetzt, wie beim Tiefschlaf oder bei der Narkose, dann verschwindet auch das Bewusstsein. Ausreichend Gehirnaktivität ist also offensichtlich eine notwendige Voraussetzung für Bewusstsein. Wobei umgekehrt auch gewisse Hyperaktivitäten im Gehirn, insbesondere epileptische Anfälle, zu Bewusstseinsverlust führen können. Zwar sind die Neurowissenschaftler dem Bewusstsein selbst, also wie es zum damit verbundenen Erleben kommt, bislang nicht nähergekommen. Trotzdem haben sie Fortschritte erzielt. In den letzten Jahren ist es ihnen nämlich gelungen, sogenannte Korrelate des Bewusstseins zu finden [9]. Damit ist gemeint, dass bestimmte Merkmale bei der Gehirnaktivität zeigen, dass sie mit Bewusstsein verbunden ist. Ich komme später darauf zurück.
Jetzt zu den Philosophen. Sie versuchen, dem Bewusstsein durch reines Nachdenken auf die Spur zu kommen. Nicht ganz erfolglos, wie wir gleich sehen werden.
Es gibt zwei Denkrichtungen. Die eine ist der Dualismus, der allerdings heute nur noch eine Außenseiterrolle spielt. Zurück geht er auf den Franzosen René Descartes (1596–1650), der sehr vielseitig war. Er war Jurist, Mathematiker, Physiker und Philosoph. Aber auch Soldat im Dreißigjährigen Krieg. Descartes jedenfalls sagte, dass Geist und Materie zwei völlig verschiedene Dinge sind. Wobei er nicht zwischen Geist und Bewusstsein unterschied. Das ist auch heute noch so üblich. Die Materie ist gemäß Descartes ausgedehnt, man kann sie daher mit den Sinnen wahrnehmen. Der Geist hingegen ist nicht ausgedehnt, man kann ihn daher auch nicht direkt wahrnehmen. Das ist der sogenannte Dualismus. Für seine Vertreter ist das Bewusstsein völlig losgelöst von jeder Materie, insbesondere also vom Gehirn. Das große Problem des Dualismus besteht darin, dass er nicht erklären kann, wie das Bewusstsein mit dem Gehirn wechselwirkt. Also warum es die klar vorhandene enge Beziehung zwischen Bewusstsein und Gehirn gibt. Das ist der Grund, warum der Dualismus heute nur noch eine Außenseiterrolle spielt.
Die zweite Denkrichtung ist der Monismus. In seiner Standardversion besagt er, dass Bewusstsein eine Eigenschaft der Materie ist. Und zwar genau der Materie, wie sie von der Physik beschrieben wird. Die Standardversion des Monismus nennt man daher auch den Physikalismus. Dahinter steckt die Vorstellung, dass die gesamte Realität von der Physik erfasst wird. Inklusive des Bewusstseins. Allerdings hat auch der Physikalismus ein riesiges Problem. Denn er kann nicht ansatzweise erklären, wie aus der Physik das subjektive Erleben des Bewusstseins entstehen soll, zum Beispiel das Erleben des Rots eines Sonnenuntergangs. Das nennt der Philosoph David Chalmers das „harte Problem“ [10].
Es gibt aber eine Version des Monismus, die einen kleinen Hoffnungsschimmer liefert. Sagen wir, sie liefert die Idee für einen Lösungsansatz. Das ist der sogenannte Zwei-Aspekte-Monismus. Um was geht es? Betrachten wir ein Elektron. Was „ist“ ein Elektron? Wir kennen seine unveränderlichen Eigenschaften, das sind seine elektrische Ladung, seine Masse und sein Spin. Hinzu kommen die veränderlichen Eigenschaften, das sind sein Ort und seine Geschwindigkeit. Wenn die Physik sagt, ein Elektron befindet sich am Ort x, dann befindet dort in jedem Fall das Bündel der unveränderlichen Eigenschaften. Aber ist das alles? Sehr wahrscheinlich nicht, das Elektron wird auch noch eine intrinsische, eine „innere“ Natur besitzen. Nehmen wir einmal an, Sie wären in der Lage, in ein Elektron einzudringen. Dann würden Sie seine intrinsische Natur kennenlernen. Aber es ist völlig unklar, was Sie dort erwartet. Die Physik kann dazu absolut nichts sagen, weil sie hierzu keinen Zugang hat. So wie manche Philosophen das Bewusstsein leugnen, machen auch manche Physiker aus der Not eine Tugend und behaupten, dass es die intrinsische Natur gar nicht gibt. Weil sie unterstellen, dass die gesamte Realität, also alles was existiert, von der Physik erfasst und mittels der Mathematik beschrieben wird.
Aber sehr viel plausibler als die Leugnung ist doch die Annahme, dass es die intrinsische Natur der Materie gibt und dass die unveränderlichen Eigenschaften (elektrische Ladung,…) ohne sie gar nicht existieren würden. Hierzu ein Vergleich. Die intrinsische Natur einer rot bemalten Holzkugel ist das Holz. Ihre unveränderlichen Eigenschaften sind „Rot“ und „Kugel“, die es ohne das Holz selbstverständlich nicht geben würde. Auch der britische Philosoph, Mathematiker und Logiker Bertrand Russell (1872 – 1970) ging von der Existenz der intrinsischen Natur aus. Sinngemäß sagte er 1950 in seinem Essay „Mind and Matter“ das Folgende: „Wir wissen nichts über die intrinsische Natur der Dinge. Es sei denn, unser Bewusstsein sagt uns etwas darüber aus.“ Genau das ist die Basis des Zwei-Aspekte-Monismus. Es gibt zwar nur die Materie, daher der Ausdruck „Monismus“. Sie hat aber zwei Aspekte. Der eine ist der physikalische. Der andere ist die intrinsische Natur der Materie. Sie ist mit dem Bewusstsein verbunden, das ist die Kernaussage des Zwei-Aspekte-Monismus. Weiter oben habe ich gesagt, dass die Standardversion des Monismus der Physikalismus ist. Er geht davon aus, dass alles Physik ist. Also die gesamte Realität von ihr erfasst wird. Zur Realität gehört selbstverständlich auch das Bewusstsein, aber bislang konnte die Physik nichts zu ihm sagen, das ist das „harte Problem“. Der Zwei-Aspekte Monismus ist anders. Nicht alles ist Physik, sie liefert nur einen Aspekt der Materie. Es gibt noch einen anderen, der ist nicht-physikalisch und stellt die intrinsische Natur der Materie dar. Er liefert die Grundlage für das Bewusstsein.
Wobei es vom Zwei-Aspekte-Monismus zwei Varianten gibt, eine gemäßigte und eine radikale. Für die gemäßigte Variante besteht die intrinsische Natur der Materie aus Proto-Bewusstsein, stellt also eine Vorstufe des Bewusstseins dar. Wobei erstens unklar bleibt, was Proto-Bewusstsein sein soll. Und zweitens kann auch nicht gesagt werden, wie das Proto-Bewusstsein zu Bewusstsein wird. Diese beiden Probleme umgeht die radikale Variante. Für sie stellt die intrinsische Natur der Materie bereits Bewusstsein dar.
Aber auch bei ihr gibt es ein großes Problem, das die gemäßigte Variante gleichfalls hat, das sogenannte Kombinations-Problem. Unser menschliches Bewusstsein entspringt dem Gehirn. Wenn nun aber bereits jedes Atom Bewusstsein hat, dann sollten wir eine unermessliche Zahl von Mikro-Bewusstseinen haben. Tatsächlich aber haben wir nur ein einziges Bewusstsein. Daher das Kombinations-Problem: Wie gelingt es dem Gehirn, die unzähligen Mikro-Bewusstseinen zu einem einzigen Bewusstsein zu kombinieren? Dazu können die Vertreter des Zwei-Aspekte-Monismus bislang nichts sagen. Aber sie betonen, dass das ein weniger fundamentales Problem darstellt als das „harte Problem“ des Physikalismus.
Die Hypothese der inneren Welt (abgekürzt mit HIW), die ich hier in diesem Kapitel vorstelle, entwickelte ich ab 2009. Damals begann ich mich mit dem Bewusstsein zu beschäftigen. Und setzte mir das große Ziel, erklären zu können, wie es erzeugt wird. Wie eigentlich nicht anders zu erwarten, kam ich aber zunächst nicht voran. Bis ich eine Idee hatte: Könnten nicht das Rätsel des Bewusstseins und das Rätsel der Verschränkung miteinander zusammenhängen? Löst man das eine, so löst man auch das andere. Daher beschäftigte ich mich zunächst mit der Verschränkung und entwickelte die erste Version der HIW. Sie lieferte zwar das Gewünschte, sowohl eine passable Erklärung für die Verschränkung als auch für das Bewusstsein. Wie der Ausdruck „passable Erklärung“ zeigt, war ich aber noch nicht wirklich zufrieden. Daher habe ich die HIW ständig weiterentwickelt, die neueste Version stelle ich jetzt vor.
Worum geht es? Betrachten wir zunächst die Elementarteilchen. Also die nicht weiter teilbaren Grundbausteine der Materie wie zum Beispiel das Elektron. Ich setze voraus, so wie das der Zwei-Aspekte-Monismus tut, dass alle Materie auch eine intrinsische Natur besitzt. Wobei ich die Bezeichnungen der norwegischen Philosophin Hedda Hassel Morch, die sich auch mit dem Zwei-Aspekte-Monismus beschäftigt, übernehme [11]. Sie nennt den physikalischen Aspekt der Materie die Software und den intrinsischen Aspekt die Hardware. Das macht Sinn, denn die Grundlage für alles stellt der intrinsische Aspekt dar. Aus ihm geht der physikalische Aspekt hervor. So wie man einen Computer benötigt, die Hardware, damit die Programme, die Software, laufen. Wobei der Vergleich, so wie alle Vergleiche, etwas hinkt. Denn die Software beim Computer ist etwas Zusätzliches. Während bei der Materie die Software aus der Hardware hervorgeht. Trotzdem übernehme ich die beiden Begriffe. Daher spreche ich zukünftig von der Software- und der Hardware-Materie.
Zurück zu den Elementarteilchen. Auch bei ihnen gibt es natürlich den Software- und den Hardware-Aspekt. Die Software-Elementarteilchen stellen die Physik dar, also die Bündel aus den unveränderlichen Eigenschaften. Die Hardware-Elementarteilchen sind die intrinsische Natur der Elementarteilchen, zu der die Physik nichts sagen kann. Nehmen wir einmal an, ein Elektron wäre eine rote Holzkugel. Dann wäre das Software-Elektron das Bündel aus „Rot“ und „Kugel“ und das Hardware-Elektron wäre das Holz. Was anschaulich zeigt, dass der Software-Aspekt ohne den Hardware-Aspekt gar nicht existieren kann. So wie eben auch kein Computerprogramm ohne Computer läuft.
Gemäß des Zwei-Aspekte-Monismus hängen die Hardware-Elementarteilchen mit dem Bewusstsein zusammen, sind also von geistiger Natur. Das stellt zwar den Begriff „Hardware“ auf den Kopf, denn wie der Name schon sagt, sollten wir uns darunter ja etwas Festes und nicht etwas Geistiges vorstellen. Aber bleiben wir bei dem Begriff, denn wie wir gesehen haben, stellt der Hardware-Aspekt den fundamentaleren Aspekt der Materie dar, ohne den der Software-Aspekt gar keinen Sinn macht. Also nochmal: Die Hardware-Elementarteilchen sind von geistiger Natur. Daraus schloss ich, das ist das erste zentrale Merkmal der HIW, dass sich die Hardware-Elementarteilchen überhaupt nicht in der räumlichen Welt befinden. Sie befinden sich vielmehr in einer Welt losgelöst vom Raum, die ich die innere Welt nenne. Das ist zwar ein radikaler Gedanke, aber er ist gemäß dem Zwei-Aspekte-Monismus nur konsequent.
Zusätzlich hat mich hierzu das Phänomen der Verschränkung inspiriert. Wie von mir erläutert, können sich zwei verschränkte Objekte augenblicklich beeinflussen, auch wenn sie Lichtjahre voneinander entfernt sind. Irgendwie sind sie also miteinander verbunden. In der räumlichen Welt ist das zweifellos nicht der Fall, in einer nicht-räumlichen Welt ist das aber sehr wohl möglich.
Nicht nur die Hardware-Elementarteilchen befinden sich in der nicht-räumlichen inneren Welt. Das gilt auch für alle Hardware-Atome und -Moleküle. In diesem Abschnitt betrachte ich allerdings ausschließlich die Elementarteilchen. Auf die Atome und Moleküle gehe ich näher im nächsten Abschnitt ein.
Bislang ging man davon aus, dass jedes Elementarteilchen beide Aspekte, den physikalischen und die intrinsische Natur, in sich vereint. Deswegen habe ich, wenn ich im letzten Kapitel von der materiellen Welt gesprochen habe, nur die räumliche Welt gemeint. Gemäß der HIW teilt sich die materielle Welt in zwei Welten auf, das scheint zur Trennung der beiden Aspekte zu führen. Aber eine Trennung ist unmöglich, siehe das Beispiel der roten Holzkugel. Tatsächlich gibt es auch keine Trennung. Denn wo sich ein Software-Elementarteilchen befindet, ist das entsprechende Hardware-Elementarteilchen an die räumliche Welt angebunden und kann so das Software-Elementarteilchen erzeugen. Solange es existiert, muss diese Anbindung vorhanden sein. Ohne sie kann es kein Software-Elementarteilchen geben.
Nun ist es so, dass von jeder Sorte Elementarteilchen nur ein einziges Hardware-Elementarteilchen in der inneren Welt existiert. Das ist einfach einzusehen, denn in der nicht-räumlichen inneren Welt gibt es keine räumliche Trennung. Folglich kann es auch nicht zwei oder mehrere Exemplare der gleichen Sorte Hardware-Elementarteilchen geben. Aber es existieren natürlich beliebig viele Software-Elementarteilchen der gleichen Sorte. Das funktioniert, weil die innere Welt nicht-räumlich ist. Das bedeutet, dass zum Beispiel das einzige Hardware-Elektron sich im Grunde überall befindet. Und überall dort, wo es an die räumliche Welt anbindet, taucht in ihr ein Software-Elektron auf. Die Anbindung kann natürlich an beliebig vielen Orten gleichzeitig geschehen. Daher gibt es zwar nur ein einziges Hardware-Elektron, aber beliebig viele Software-Elektronen. Die dadurch zwangsläufig alle identisch sind. Das gilt natürlich auch für alle anderen Elementarteilchen. Die Quantentheorie liefert hierfür keine Erklärung, die Identität wird vielmehr vorausgesetzt, da sie perfekt mit der Realität übereinstimmt. Mit der HIW lässt sie sich zwanglos erklären.
Die Hardware-Elementarteilchen können messtechnisch nicht erfasst werden, daher scheinen die Software-Elementarteilchen aus dem Nichts zu entstehen. Allerdings nur dann dauerhaft, wenn genügend Energie vorhanden ist, zum Beispiel in Form von elektromagnetischer Strahlung. Energie ist die notwendige Voraussetzung für die Software-Elementarteilchen. Sie erkennen wieder, dass die Begriffe Hard- und Software eigentlich auf den Kopf gestellt werden. Die Hardware-Materie ist losgelöst vom Raum, also geistig, und benötigt keine Energie. Die Software-Materie ist hingegen etwas „Handfestes“, denn sie wird von den Messgeräten registriert. Und sie benötigt Energie. Aber ich wiederhole nochmal. Da der Hardware-Aspekt die notwendige Voraussetzung für den Software-Aspekt darstellt und somit fundamentaler ist, machen die Begriffe Sinn.
Was wäre, wenn das einzige Hardware-Elektron zerstört würde? Verschwänden dann alle Software-Elektronen und die räumliche Welt würde kollabieren? Theoretisch wäre das so. Aber die Voraussetzung stimmt nicht, denn das Hardware-Elektron kann nicht zerstört werden. Das gilt natürlich auch für alle anderen Hardware-Elementarteilchen und auch für alle Hardware-Atome und -Moleküle. Sie können nicht zerstört werden, weil in der inneren Welt alles unvergänglich ist, alles bleibt für immer erhalten. Warum ist das so? Zum Zerstören sind Raum und Zeit nötig und beides gibt es nicht in der inneren Welt.
Das erste zentrale Merkmal der HIW ändert absolut nichts an der gegenwärtigen Physik. Es wird allerdings etwas hinzugefügt. Nämlich die innere Welt, die die Hardware-Materie enthält, und die aufgrund ihrer Anbindung an die räumliche Welt die Software-Materie erzeugt. Die HIW hat aber noch ein zweites zentrales Merkmal. Das allerdings bei den Elementarteilchen bedeutungslos ist. Es hat nur eine Bedeutung bei den Atomen und Molekülen und es ändert sehr wohl die gegenwärtige Physik. Mit gravierenden Auswirkungen, wie ich im nächsten Abschnitt und im nächsten Kapitel erläutern werde.