Das Grundprinzip des Bewusstseins

Schauen wir uns die Bildung eines Wasserstoffatoms an. Das geschieht, wenn ein Elektron von einem Proton „eingefangen“ wird. Wie schon mehrfach betont, erzeugen die inneren die äußeren Naturen. Bei der Bildung des Wasserstoffatoms bindet also an den Ort des Einfangens seine bereits vorhandene innere Natur an und erzeugt die äußere Natur, also das Wasserstoffatom. Voraussetzung hierfür ist selbstverständlich das Vorhandensein des Protons und des Elektrons. Aber die innere Natur organisiert ihre räumliche Beziehung und zwar so, wie sie von der Wellenfunktion des Wasserstoffatoms beschrieben wird. Es kommt daher zu einem „Entfaltungsvorgang“: Die in der inneren Natur enthaltene Information über die räumliche Beziehung wird in die tatsächliche räumliche Beziehung umgewandelt. So entsteht das Wasserstoffatom. Das gilt ganz allgemein, jede Bildung eines Atoms oder Moleküls ist mit einem entsprechenden Entfaltungsvorgang verbunden.
Das genau ist der gesuchte Prozess. Es ist der bei jeder Bildung eines Atoms oder Moleküls stattfindende Entfaltungsvorgang, der aus Proto-Bewusstsein Bewusstsein macht. Die in den inneren Naturen verborgene Information über die räumlichen Beziehungen wird in dem Moment zu Bewusstsein, also zu einem Erleben, wenn sie von der nicht-räumlichen inneren in die räumliche Welt übergeht. Bewusstsein ist somit ein Phänomen, das sowohl einen nicht-räumlichen als auch einen räumlichen Charakter besitzt.
Das ist das Grundprinzip des Bewusstseins. Es gibt es bei jeder Bildung eines Atoms oder Moleküls. Wobei es nur sehr kurzzeitig vorhanden ist, denn es verschwindet wieder, wenn die räumlichen Beziehungen realisiert wurden. Man kann daher sagen, dass jede Bildung eines Atoms oder Moleküls mit einem „Bewusstseinsblitz“ verbunden ist.
Selbstverständlich ist auch der mit der Bildung eines einzelnen Riesenmoleküls verbundene Bewusstseinsblitz in keiner Weise mit unserem menschlichen Bewusstsein zu vergleichen. Ich greife daher jetzt etwas vorweg: In unserem Gehirn werden ständig Moleküle in unermesslicher Zahl gebildet. Jede Bildung sorgt für einen Bewusstseinsblitz. Sie stellen die winzigen Bausteine unseres Bewusstseins dar und das Gehirn setzt sie, wie ich noch erläutern werde, zu unserem einheitlichen und strukturierten menschlichen Bewusstsein zusammen.
Der Zwei-Aspekte-Monismus ist eng verwandt mit dem Panpsychismus. Der sagt, dass alles Bewusstsein hat, auch schon ein Elementarteilchen. Das stimmt nicht ganz, denn Elementarteilchen haben niemals Bewusstsein. Zwar können sich Elementarteilchen neu bilden, das geschieht zum Beispiel massenhaft bei den Experimenten beim LHC (Large Hadron Collider) in Genf. Aber bei ihnen gibt es keine Entfaltungsvorgänge, dadurch kennen sie kein Bewusstsein.
Bevor wir das Grundprinzip des Bewusstseins auf uns Menschen anwenden, müssen wir uns unser Gehirn etwas näher anschauen.