Wie unser Bewusstsein erzeugt wird

Wir sind nur unser Bewusstsein. Ohne unser Bewusstsein sind wir nichts. Umso bedauerlicher ist es doch, dass bislang keiner sagen konnte, wie unser Bewusstsein erzeugt wird. Für die Naturwissenschaftler inklusive der Neurowissenschaftler besteht das Universum nur aus der materiellen Welt. Also nur aus Materie und Energie, eingebettet in Raum und Zeit. Damit bleibt nur ein einziger Erklärungsansatz für unser Bewusstsein übrig: Es wird voll und ganz vom Gehirn erzeugt.

Hierfür spricht, dass ein enger Zusammenhang zwischen den Inhalten unseres Bewusstseins und der Gehirnaktivität besteht. Allerdings gibt es eine anscheinend unüberwindliche riesige Erklärungslücke: Wie entsteht aus der Gehirnaktivität das mit unserem Bewusstsein verbundene Erleben, zum Beispiel das Rot des Sonnenuntergangs? Das konnte bislang keiner auch nur ansatzweise erklären.

Wie ich hier auf dieser Website erläutere, spricht einiges dafür, dass es neben der materiellen Welt auch noch eine Welt losgelöst von Raum und Zeit gibt. Ich nenne sie die innere Welt. Mit ihr lässt sich das fundamentale Problem der Quantenphysik, das ist das Messproblem, lösen. Und die Lösung zeigt, dass die materielle und die innere Welt aufs Engste miteinander verbunden sind. Es herrscht nämlich ein intensiver Informationsaustausch. Da war es doch nur natürlich, dass ich mich fragte, ob dieser Informationsaustausch irgendetwas mit unserem Bewusstsein zu tun haben könnte.

Betrachten wir unser Bewusstsein (das ist das Einzige, was wir überhaupt betrachten können). Wie würden Sie es charakterisieren? Das ist nicht einfach zu beantworten. Aber abstrakt gesprochen kann man sicherlich sagen, dass es Information darstellt, die in unserem Gehirn auftaucht. Woher aber kommt diese Information? Könnte sie aus der inneren Welt kommen? Im Rahmen des Informationsaustauschs zwischen ihr und der materiellen Welt?

Diesen Informationsaustausch gibt es immer dann, wenn sich ein Atom oder Molekül neu bildet. Dann tauchen die in der inneren Welt archivierten passenden Abbilder am Ort des sich neu bildenden Atoms oder Moleküls auf und erzeugen seinen Superpositionszustand. Tatsächlich werden im Gehirn ständig Moleküle in riesigen Mengen neu gebildet. Daher tauchen auch ständig riesige Mengen von Abbildern aus der inneren Welt im Gehirn auf. Erzeugen die unser Bewusstsein?

Das könnte sein. Allerdings sind zwei Fragen zu beantworten. Jedes Abbild stellt nur ein extrem winziges Stückchen Information dar. Um unser strukturiertes Bewusstsein zu erzeugen, müssen die Abbilder also irgendwie vom Gehirn organisiert werden. Wie macht das unser Gehirn? Hinzu kommt, dass überall im Körper Moleküle neu gebildet werden. Warum führt dann nur die Neubildung im Gehirn zu Bewusstsein?

Schauen wir uns zunächst an, was die Neurowissenschaftler zum Bewusstsein sagen.

Wenn wir bei Bewusstsein sind, dann gibt es immer ein großes Netzwerk aus sehr vielen besonders eng miteinander verbundenen Gehirn-Modulen. Alle Module, die diesem Netzwerk angehören, tragen zum Bewusstsein bei. Wobei die Neurowissenschaftler natürlich nicht sagen können, wie sie zum Bewusstsein beitragen. Sie können nur sagen, dass sie zum Bewusstsein beitragen. Wie sieht die besonders enge Verbundenheit der Module im Bewusstseins-Netzwerk aus? Da gibt es eine klare Erkenntnis. Die Aktivität ihrer Neuronen ist organisiert. Und zwar so ähnlich wie die eines Orchesters. Zu jedem Zeitpunkt sind immer einige Module des Bewusstseins-Netzwerks gleichzeitig aktiv. Aber die Zusammensetzung der gleichzeitig aktiven Module verändert sich ständig. So wie bei einem Orchester immer unterschiedliche Instrumente gleichzeitig spielen. Das beantwortet beide Fragen, wie ich jetzt erläutern werde.

Die gleichzeitige Aktivität vieler Neuronen im Bewusstseins-Netzwerk führt zu einem Verstärkungseffekt. Denn die gleichzeitige Aktivität bewirkt die gleichzeitige Bildung sehr vieler Moleküle. Damit tauchen sehr viele Abbilder gleichzeitig auf. Da sie nicht vollständig im Raum lokalisiert sind (sie kommen ja aus der inneren Welt losgelöst von Raum und Zeit), überlagern sie sich. Was zu ihrer Verstärkung führt. Und natürlich auch dazu, dass wir nur ein einziges Bewusstsein und nicht sehr viele Mini-Bewusstseins haben. Die Verstärkung der auftauchenden Abbilder gibt es sonst nirgends im Körper. Daher führt nur die Neubildung von Molekülen im Gehirn zu Bewusstsein. Was die zweite Frage beantwortet.

Die erste Frage ist die Frage nach der Organisation der auftauchenden Abbilder durch unser Gehirn. Diese Organisation muss unser strukturiertes Bewusstsein bewirken. Tatsächlich folgt das aus der Erkenntnis der Neurowissenschaftler, dass die Aktivität des Bewusstseins-Netzwerks nach Art eines Orchesters organisiert ist. Denn das führt dazu, dass auch die Neubildung der Moleküle im Bewusstseins-Netzwerk nach Art eines Orchesters organisiert ist. Entsprechend sind die auftauchenden Abbilder organisiert und das genau bewirkt unser strukturiertes Bewusstsein.

Sie sitzen am Strand und beobachten den Sonnenuntergang. Was nehmen sie wahr? Die in ihrem Gehirn auftauchenden Abbilder. Sie kommen aus der inneren Welt, also aus einer Welt losgelöst von Raum und Zeit. Daher sind sie so ganz anders als das, was wir als Materie kennen. Sie sind das, was wir üblicherweise den Geist nennen. Doch halt, es wäre völlig falsch, wenn man sagt, dass unser Bewusstsein aus der inneren Welt kommt. Denn jedes auftauchende Abbild stellt nur ein extrem winziges Stückchen Information dar. Unorganisiert wäre die riesige Menge an Abbildern, die in jedem Moment in unserm Gehirn auftaucht, ein völlig strukturloser Informationsbrei. Unser Gehirn spielt für unser Bewusstsein eine ganz entscheidende Rolle. Denn wie beschrieben organisiert es die auftauchenden Abbilder und bewirkt dadurch die Strukturierung unseres Bewusstseins. Wenn Sie das Rot des Sonnenuntergangs betrachten, dann nehmen sie zwar tatsächlich nur die auftauchenden Abbilder aus der inneren Welt wahr. Die aber, das ist ganz wichtig, vom Gehirn organisiert werden.