Die Feinabstimmung der Naturkonstanten

Zusammengefasst: Die Existenz Gottes ist spekulativ. Die Alternative ist der Zufall. Ist er überzeugend? Er hat ein Riesenproblem, das ist die sogenannte Feinabstimmung der Naturkonstanten [27]. Insbesondere die Quantenfeldtheorien enthalten viele Naturkonstanten. Deren Werte, das ist wichtig, ergeben sich nicht aus ihnen, sondern können frei gewählt werden. Nur ein einziger Satz von Werten passt aber zu unserem Universum. Sollen die Quantenfeldtheorien mit der Realität übereinstimmen, dann muss genau der zu unserem Universum passende Satz von Werten der Naturkonstanten in sie eingesetzt werden.
Es gibt mindestens einen Planeten im Universum mit Lebewesen. Die basieren auf dem Kohlenstoff. Ist seine Existenz selbstverständlich? Nein, überhaupt nicht, es ist vielmehr ein unglaubliches Wunder. Denn nur der zu unserem Universum passende Satz von Werten der Naturkonstanten garantiert die Existenz des Kohlenstoffs. Bereits geringste Abweichungen würden ihn verhindern. Das nennt man die Feinabstimmung der Naturkonstanten. Eines der größten Rätsel überhaupt.
Wer hat für die Feinabstimmung der Naturkonstanten gesorgt? Die Physiker gehen davon aus, dass sich die Werte der Naturkonstanten beim Urknall völlig zufällig ergeben haben. Aber die Wahrscheinlichkeit, zufällig die genau richtigen für die Entstehung des Kohlenstoffs zu finden, war absurd gering. Das schreit nach einer tiefergehenden Erklärung. Für alle gläubigen Menschen wird sie von Gott geliefert. Er hat das Universum geschaffen. Mit den richtigen Werten der Naturkonstanten, damit seine Absicht, das sind wir Menschen, realisiert werden konnte.
Aber es gibt noch eine Erklärung und die basiert auf dem Zufall. Das ist das Multiversum. Demnach existiert nicht nur ein einziges Universum, sondern es existieren unermesslich viele Universen. Alle mit zufällig gefundenen und damit unterschiedlichen Sätzen von Werten der Naturkonstanten. Dann gibt es ein paar Universen, unseres gehört dazu, mit den genau richtigen Werten der Naturkonstanten für die Entstehung des Kohlenstoffs. Und das ohne irgendeine Absicht.
Allerdings hat das Multiversum einen grundsätzlichen Schwachpunkt. Denn bis auf unser Universum lassen sich alle anderen Universen nicht nachweisen. Daher ist das Multiversum spekulativ. Solange keine bessere Erklärung für den Zufall gefunden wird, ist er daher genauso spekulativ wie Gott.
Die innere Welt bringt jetzt einen neuen Aspekt ins Spiel. Denn alles Neue, was die räumliche Welt hervorbringt, wird für immer in der inneren Welt archiviert. Das Universum hat das perfekte Gedächtnis. Wenn alles reiner Zufall wäre, wie es die Naturwissenschaften behaupten, warum sollte es dann für immer archiviert werden? Das passt doch überhaupt nicht zusammen. Aber es passt zur Absicht. Daher wird durch den Gedächtnischarakter der inneren Welt die Absicht gegenüber dem Zufall deutlich gestärkt. Die Absicht bedeutet die Existenz einer transzendenten Wirklichkeit. Die kann man Gott nennen. Aber ist dieser Gott der Absicht auch der Gott der Religionen? Also beispielsweise der Gott der Christen oder Allah, der Gott der Muslime? Sie sind keine abstrakten Wesenheiten, sondern personale Götter. Man betet sie an, man bittet sie um etwas. Der sich aus der inneren Welt ergebene Gott könnte zwar ein personaler Gott sein, das folgt aber nicht aus der inneren Welt. Aus ihr lässt sich nur schließen, dass das Universum viel eher mit Absicht geschaffen wurde, als dass es auf einem Zufall beruht.