Warum es auch noch eine geistige Welt gibt

Schauen Sie sich um. Was sehen Sie? Sie sehen die materielle Welt, also Materie und Energie, eingebettet in Raum und Zeit. Aber ist das alles? Könnte es nicht noch mehr geben? Hier nun vier starke Hinweise dafür, dass es neben der materiellen Welt auch noch eine Welt losgelöst von Raum und Zeit gibt.

Sehr vieles spricht dafür, dass die materielle Welt einen Anfang hatte, dass sie mit dem Urknall vor etwa 14 Milliarden Jahren entstanden ist. Mit der materiellen Welt entstanden Raum und Zeit. Natürlich ist der Urknall nicht aus dem völligen Nichts gekommen. Es muss etwas geben, was ihn ausgelöst hat. Das kann natürlich nur losgelöst von Raum und Zeit sein. Was den ersten Hinweis liefert.

Der zweite Hinweis kommt von der Identität aller Elementarteilchen der gleichen Sorte. Zum Beispiel die Elektronen. Sie sind alle völlig identisch. Ein Elektron, das heute in einem Teilchenbeschleuniger hier auf der Erde neu erzeugt wird, ist völlig identisch mit den Elektronen in einer fernen Galaxie. Und auch mit den Elektronen, die beim Urknall erzeugt wurden. Obwohl es kein Gesetz gibt, das die Eigenschaften der Elektronen festgelegt. Das zeigt doch ganz klar, dass es eine „Bauanleitung“ für die Elektronen (und auch für alle anderen Elementarteilchen) losgelöst von Raum und Zeit geben muss.

Das seltsamste Phänomen überhaupt ist das Phänomen der Verschränkung. Zwei verschränkte Teilchen können sich gegenseitig augenblicklich beeinflussen, auch wenn sie Lichtjahre voneinander entfernt sind. Eine wirklich überzeugende Erklärung gibt es hierfür nicht. Wie also gelingt die augenblickliche gegenseitige Beeinflussung? Möglicherweise über eine Welt losgelöst von Raum und Zeit. Das ist der dritte Hinweis.

Jetzt noch der vierte Hinweis, der tatsächlich den traditionell stärksten Hinweis darstellt. Das ist unser Bewusstsein. Zwar versucht man das Bewusstsein mittels der materiellen Welt zu erklären, das gelingt aber auch nicht ansatzweise. Es scheint nicht der materiellen Welt zu entspringen, er kommt aus einer ganz anderen Welt.

Ich nehme die Hinweise ernst und gehe davon aus, dass es tatsächlich neben der materiellen Welt auch noch eine Welt losgelöst von Raum und Zeit gibt. Ich nenne sie die innere Welt. Wie aber ist sie beschaffen? Das war die knifflige Frage, die ich vor einigen Jahren zu beantworten versuchte.

Betrachten wir die allgemeine Relativitätstheorie. Sie liefert die Erklärung für die Gravitation und die Erklärung liefert Aussagen zur Beschaffenheit von Raum und Zeit. Das ist typisch für die Physik und ich wählte die gleiche Methode. Ich versuchte also, etwas zu erklären und die Erklärung sollte mir Aussagen zur Beschaffenheit der inneren Welt liefern.

Ich wollte die Superpositionszustände erklären. Also die Frage beantworten, warum es die Superpositionszustände gibt. Die herkömmliche Quantenphysik beantwortet diese Frage nicht. Sie kann die Superpositionszustände nur beschreiben. Zum Beispiel mittels der Lösungen der Schrödingergleichung.

Schließlich fand ich einen Ansatz, der zwar sehr unkonventionell ist, der mir aber durchaus plausibel erschien: Die Superpositionszustände stellen den Blick in die Vergangenheit dar. Das Elektron eines heutigen Wasserstoffatoms ist deshalb in einem Superpositionszustand, also an sehr vielen verschiedenen Orten gleichzeitig, weil es schon sehr viele Wasserstoffatome gegeben hat. Und bei allen war das Elektron immer an anderen Orten. Und genau diese Orte nehmen die Elektronen der heutigen Wasserstoffatome ein.

Die herkömmliche Quantenphysik nimmt an, dass alle von der Schrödingergleichung gelieferten Zustände in den Superpositionszuständen enthalten sind. Mit der Betonung auf alle. Meine Erklärung der Superpositionszustände führt zu anderen Superpositionszuständen. Sie enthalten nur diejenigen Zustände, die es bereits irgendwann, irgendwo in der materiellen Welt gegeben hat. Und die natürlich „passen“ müssen. Bei allen Atomen und Molekülen macht das allerdings heute keinen messbaren Unterschied mehr. Das ist sehr wichtig, denn bei allen Atomen und Molekülen stimmt die herkömmliche Quantenphysik sehr gut mit der Realität überein. Je größer aber ein Objekt, desto größer die Unterschiede in den Superpositionszuständen. Das ist kein Nachteil, sondern es verbessert im Gegenteil die Quantenphysik. Denn es löst das Messproblem.

Beobachtet man ein Atom oder Molekül mittels eines Messgerätes, dann sollte sich das Messgerät gemäß der herkömmlichen Quantenphysik auch in einem Superpositionszustand befinden. Das tut es aber nicht und das ist das Messproblem. Bislang konnte keine plausible Lösung präsentiert werden. Meine Erklärung der Superpositionszustände löst das Messproblem. Denn Messgeräte sind stets einmalig im Universum. Daher hat es bei ihnen keine passenden Zustände gegeben. Was bedeutet, dass sie sich nie in Superpositionszuständen befinden können.

Liefert meine Erklärung der Superpositionszustände Aussagen zur Beschaffenheit der Welt losgelöst von Raum und Materie, die ich die innere Welt nenne? Ja, das tut sie. Denn alle Zustände, die es irgendwo, irgendwann in der materiellen Welt gegeben hat, müssen losgelöst von Raum und Zeit archiviert werden. Denn sie müssen ja überall und für alle Zeiten zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass alles, was es je in der materiellen Welt gegeben hat, sein Abbild in der inneren Welt besitzt. Diese Abbilder sind überall verfügbar und unvergänglich. Die innere Welt stellt also das perfekte Gedächtnis des Universums dar.

Die materielle und die innere Welt sind aufs Engste miteinander verbunden. Denn es werden ständig neue Abbilder in der inneren Welt archiviert und bereits in der inneren Welt vorhandene Abbilder tauchen in der materiellen Welt auf. Dieser Informationsaustausch kann erklären, wie unser Bewusstsein erzeugt wird. Und er zeigt, dass wir möglicherweise auch nach dem Tod wieder ein Bewusstsein haben.