Warum es nicht nur die materielle Welt gibt

Sie haben im ersten Teil meiner Website die zwei fundamentalen ungeklärten Fragen der Quantenphysik kennen gelernt: Wie kommt es zum Phänomen der Verschränkung? Wie lässt sich das Messproblem lösen? Vor einigen Jahren habe ich begonnen, nach Antworten auf beide Fragen zu suchen. Möglicherweise war das etwas größenwahnsinnig, zu meinen, dass man als Außenseiter dazu etwas Vernünftiges beitragen kann. Aber der Vorteil des Außenseiters besteht darin, dass er auch verrückte Ideen verfolgen kann.

Hier nun meine Idee: Nehmen wir einmal an, es gibt einen Informationsspeicher, der überall in der materiellen Welt vorhanden ist. In diesen Informationsspeicher wird alle in der materiellen Welt neu erzeugte Information eingelesen und für immer archiviert. Und alle im Informationsspeicher vorhandene Information wird überall dort in die materielle Welt ausgelesen, wo sie passt. Tatsächlich lassen sich damit, wie ich jetzt erläutere, sowohl das Phänomen der Verschränkung erklären, als auch das Messproblem lösen.

Betrachten wir zunächst das Phänomen der Verschränkung. Wenn zwei miteinander verschränkte Objekte gebildet werden, dann bedeutet das neu erzeugte Information und die wird in den Informationsspeicher eingelesen. Diese Information ist überall in der materiellen Welt vorhanden. Zunächst hängen die zwei verschränkten Objekte noch zusammen. Dann werden sie getrennt und entfernen sich immer weiter. Die beiden Objekte sollen schließlich viele Lichtjahre voneinander entfernt sein. Jetzt wird an dem einen Objekt eine Messung durchgeführt. Das verändert das Objekt. Was neue Information bedeutet, die in den Informationsspeicher eingelesen wird. Diese neue Information ist überall vorhanden, auch beim viele Lichtjahre entfernten anderen Objekt. Aufgrund der Verschränkung passt diese neue Information zum anderen Objekt und wird daher dort ausgelesen. Was das andere Objekt verändert. Das erklärt die augenblickliche Beeinflussung über beliebige Entfernungen.

Jetzt zum Messproblem. Fragen wir uns zunächst, warum es eigentlich die Superpositionszustände gibt. Tatsächlich kann die Quantenphysik die Superpositionszustände nur beschreiben. Sie kann nicht erklären, warum es sie gibt. Wie Sie jetzt sehen werden, liefert meine Idee des überall vorhandenen Informationsspeichers die Erklärung und die Erklärung löst das Messproblem.

Betrachten wir hierzu die Wasserstoffatome. Jede Neubildung eines Wasserstoffatoms bedeutet neue Information, die in den überall vorhandenen Informationsspeicher eingelesen wird. Diese eingelesene Information kann man als das Abbild des neu gebildeten Wasserstoffatoms betrachten. Bei allen sich neu bildenden Wasserstoffatome aber passen die bereits im Informationsspeicher vorhandenen Abbilder von Wasserstoffatomen und werden daher ausgelesen. Es ist diese ausgelesene Information, die zu den Superpositionszuständen der Wasserstoffatome führt. Die Superpositionszustände gibt es also deshalb, weil jedes Wasserstoffatom eine Überlagerung aus allen Wasserstoffatomen darstellt, die es bislang in der materiellen Welt gegeben hat.

Das gleiche Prinzip gilt natürlich auch für alle anderen Atome und Moleküle. Und auch für alle großen Objekte. Allerdings führt das zu anderen Superpositionszuständen als bei der herkömmlichen Quantenphysik. Sie enthalten nämlich nur diejenigen Zustände, die es bereits irgendwo, irgendwann in der materiellen Welt gegeben hat. Und die natürlich passen müssen. Bei allen Atomen und Molekülen macht das allerdings heute keinen messbaren Unterschied mehr. Das ist sehr wichtig, denn bei allen Atomen und Molekülen stimmt die herkömmliche Quantenphysik sehr gut mit der Realität überein. Je größer aber ein Objekt, desto größer die Unterschiede in den Superpositionszuständen. Das ist kein Nachteil, sondern es löst, wie ich jetzt erläutern werde, das Messproblem.

Beobachtet man ein Atom oder Molekül mittels eines Messgerätes, dann sollte sich das Messgerät gemäß der herkömmlichen Quantenphysik auch in einem Superpositionszustand befinden. Das tut es aber nicht und das ist das Messproblem. Bislang konnte keine wirklich plausible Lösung präsentiert werden. Die Erklärung der Superpositionszustände mittels des überall vorhandenen Informationsspeichers löst das Messproblem auf sehr einfache Art und Weise. Denn Messgeräte sind stets einmalig im Universum. Daher enthält der Informationsspeicher keine passende Information. Was bedeutet, dass Messgeräte sich nie in Superpositionszuständen befinden können. Das gilt natürlich auch für alle anderen großen Objekte um uns herum. Darum merken wir nichts von der seltsamen Quantenwelt.

Was aber nun ist der überall vorhandene Informationsspeicher? Er ist keine Materie und keine Energie. Er stellt eine Welt aus reiner Information dar. Ich nenne diese Welt die innere Welt. Ihr wichtigstes Merkmal ist die enge Verbundenheit mit der materiellen Welt. Denn alle in der materiellen Welt neu erzeugte Information wird in der inneren Welt für immer archiviert. Und alle passende Information aus der inneren Welt wird in die materielle Welt ausgelesen. Es ist dieser in beide Richtungen gehende Informationsaustausch zwischen der materiellen und der inneren Welt, der sowohl das Phänomen der Verschränkung, als auch die Erklärung für die Superpositionszustände liefert. Letzteres löst das Messproblem.

Der Informationsaustausch kann aber noch mehr. Denn mit ihm lässt sich erstmalig unser Bewusstsein erklären. Und alles in der inneren Welt ist unvergänglich. Das bewirkt, dass wir alle „etwas“ haben, was eng mit unserem Bewusstsein zusammenhängt und unseren Tod überdauert. Dieses „Etwas“ könnte, das ist aber leider (noch) nicht ganz klar, dazu führen, dass wir auch nach dem Tod wieder ein Bewusstsein haben.