Die Lösung des Rätsels der Verschränkung

Schauen wir uns zwei Quantenobjekte A und B an, die beide in einem Superpositionszustand aus schwarz und weiß sind (selbstverständlich gibt es in der Quantenwelt keine echten Farben, sie stehen für abstrakte Eigenschaften). A und B vereinigen sich und bilden ein neues zusammengesetztes Quantenobjekt, nennen wir es AB. Die Besonderheit von AB ist, dass es nur die Farbe grau haben kann. Das bewirkt, dass es für AB nur zwei mögliche Zustände gibt: A = schwarz und B = weiß oder A = weiß und B = schwarz. Was bedeutet, dass die Farbe von A die Farbe von B bestimmt und umgekehrt. Das gilt, wenn A und B zusammenhängen. Es gilt aber auch dann noch, wenn A und B getrennt werden und Lichtjahre voneinander entfernt sind. Genau das ist das Phänomen der Verschränkung.
Nehmen wir jetzt an, A befindet sich am Ort x und B am viele Lichtjahre entfernten Ort y. Wir sprechen von den physikalischen Versionen, also von den äußeren Naturen. Es gibt aber auch noch die inneren Naturen. Die Verschränkung bewirkt, dass die inneren Naturen von A und B nicht getrennt sind, sondern eine einzige innere Natur bilden. Das Rätsel der Verschränkung ist deshalb ein so großes Rätsel, weil für die Physik am Ort x nur A existiert und am viele Lichtjahre entfernten Ort y nur B. Ohne ersichtliche Verbindung untereinander. Tatsächlich aber ist das nicht die ganze Wahrheit, denn es gibt auch noch die gemeinsame innere Natur. Sowohl am Ort x als auch am Ort y bindet sie an die räumliche Welt an. Am Ort x erzeugt sie A und am Ort y erzeugt sie B. Aufgrund der gemeinsamen inneren Natur sind A und B also durchaus miteinander verbunden, selbstverständlich unabhängig von ihrer Entfernung.
Jetzt wird an A eine Messung durchgeführt, die verändert A. Es ist nicht mehr in einem Superpositionszustand aus schwarz und weiß, sondern entweder schwarz oder weiß. Nehmen wir an, es ist schwarz. Aber die Messung bewirkt noch mehr, nämlich die Bildung einer neuen inneren Natur, bestehend aus der gemeinsamen inneren Natur von A und B und der inneren Natur des Messgeräts. Die neue innere Natur enthält auch die Information über das Messresultat. Aber sie umfasst A und B. Daher ist die Information nicht A = schwarz, sondern A = schwarz und B = weiß. Die neue innere Natur ist sowohl am Ort x als auch am Ort y an die räumliche Welt angebunden. Am Ort y bewirkt sie, dass ein verändertes B erzeugt wird, das der neuen inneren Natur entspricht. Es verliert dadurch seinen Superpositionszustand aus schwarz und weiß und wird weiß. Und das natürlich augenblicklich. So erklärt sich das Phänomen der Verschränkung.