Die Reinkarnations-Technologie

Gemäß der Hypothese der inneren Welt (HIW) besteht alle Materie aus einer Software- und einer Hardware-Version. Das gilt selbstverständlich auch für unseren menschlichen Körper, es gibt ihn als Software- und als Hardware-Körper.
Zum Software-Körper muss ich nicht viel sagen, den kennt jeder bestens. Ihn nehmen wir mit den Sinnen wahr, er altert, bereitet uns Probleme in Form von Krankheiten und stirbt schließlich. Anders der Hardware-Körper in der inneren Welt. Er stellt unsere intrinsische Natur dar und er ist unvergänglich. Alles in der inneren Welt ist unvergänglich, denn sie ist losgelöst von Raum und Zeit. Daher überdauert unser Hardware-Körper den Tod.
Aber er alleine genügt noch nicht für ein neues Leben nach dem Tod. Es muss auch wieder ein Bewusstsein mit einem Erleben geben. Dominiert wird es von den Entfaltungsvorgängen im Bewusstseins-Netzwerk des Gehirns. Die gibt es nur aufgrund der massenhaften Bildung der Software-Rezeptormoleküle. Mit dem Tod hört das auf. Mit ihm verschwindet daher unser Bewusstsein.
Wie können wir es reaktivieren? Nur durch einen neuen aktiven Software-Körper. Unseren „alten“ Software-Körper nach unserem Tod zu rekonstruieren und wieder zu aktivieren ist auch tatsächlich möglich. Denn wie ich mehrfach betont habe, gehen die Software-Versionen aus den Hardware-Versionen hervor. Das bedeutet, dass die Hardware-Versionen alle Informationen über die entsprechenden Software-Versionen enthalten. Daher kann man sie aus den Hardware-Versionen rekonstruieren. Zugang zu ihnen haben wir bislang nur über unser Bewusstsein, die Physik kann zu ihnen noch nichts sagen. Aber das wird zweifellos nicht so bleiben. Und wenn die Hardware-Versionen irgendwann zur Physik gehören und wir dann verstehen werden, wie aus ihnen die Software-Versionen entstehen, dann kommt garantiert auch die entsprechende Technologie. Die dann die Erzeugung der Software-Versionen aus den Hardware-Versionen möglich macht.
Diese Technologie wird man dann auch auf die Hardware-Körper der Verstorbenen anwenden. Das bewirkt die Neuerschaffung ihrer Software-Körper. Ich nenne das die Reinkarnations-Technologie. Sobald der Software-Körper neu geschaffen wurde, findet in ihm die Bildung von Software-Molekülen statt. Und es gibt wieder das Bewusstseins-Netzwerk, verbunden mit der zeitlich abgestimmten Bildung der in ihm enthaltenen Software-Rezeptormoleküle. Dann startet wieder das Bewusstsein und damit beginnt das neue Leben. Wobei die Zeit bis dahin keine Rolle spielt. Es kommt den Verstorbenen so vor, als ob es direkt nach dem Tod beginnt.
Die Reinkarnations-Technologie wird es zweifellos irgendwann geben. Wann aber wird das sein? Das ist schwer zu sagen, vielleicht in 10.000 Jahren, vielleicht aber auch erst in 100.000 Jahren. Wird man dann überhaupt an uns denken? Sehr wahrscheinlich stellt die Reinkarnations-Technologie einen Automatismus dar. Was bedeutet, dass jeder „auferstehen“ wird. Doch es gibt ein Problem, genauer gesagt ein Platzproblem. Denn bis heute haben ca. 100 Milliarden Menschen gelebt. Bis zur fertig entwickelten Reinkarnations-Technologie könnten es 1000 Milliarden oder noch mehr sein. Wo sollen die alle hin? Es gibt eine Lösung, ich komme gleich darauf zurück.
Beschäftigen wir uns zunächst noch kurz mit der Frage, was wir über die ferne Zukunft in Bezug auf das menschliche Leben wissen können. Die Antwort ist einfach: sehr wenig. Nehmen wir einmal an, die Reinkarnations-Technologie ist in 10.000 Jahren einsatzbereit. Wie sieht das Leben auf der Erde dann aus? Wie war das Leben vor 10.000 Jahren? Also so um das Jahr 8.000 vor Christus. Da war gerade die letzte Eiszeit zu Ende gegangen. Es gab noch keine Hochkulturen, die Menschen waren Jäger und Sammler. Was hätten sie geantwortet, wenn man sie nach dem Leben auf der Erde in 10.000 Jahren befragt hätte? Das zeigt, dass wir heute lebenden Menschen keine blasse Ahnung haben, wie die Erde in 10.000 Jahren aussehen wird.
Jetzt zur Lösung des Platzproblems. Das Stichwort lautet: Virtuelle Realität. Heute steht sie noch ganz am Anfang. Es gibt Brillen, Kopfhörer und spezielle Bedienungsgeräte, mittels denen wir in eine künstliche Welt eintauchen und sie in Grenzen beeinflussen können. Das ist heute noch eine Spielerei, aber schon in wenigen Jahrzehnten wird sie unser Leben beherrschen. Die perfekte virtuelle Realität ist allerdings erst dann gegeben, wenn es absolut unmöglich ist, festzustellen, ob die Realität virtuell oder echt ist. Das funktioniert nur dann, wenn aller Input in das Gehirn direkt von dem die virtuelle Realität erzeugenden Computer kommt, nennen wir ihn den PVR-Computer (PVR = Perfekte Virtuelle Realität). Auch der jetzt vom Software-Körper kommende Input muss dann vom PVR-Computer kommen, der Software-Körper muss also in virtueller Form vorliegen. Und aller Output vom Gehirn geht direkt an den PVR-Computer. Das bewirkt, dass wir die virtuelle Welt so beeinflussen können, wie wir heute unsere echte Umgebung beeinflussen. Natürlich müssen auch alle anderen Menschen an den PVR-Computer angeschlossen sein. Erst das macht die gleiche Kommunikation wie heute möglich. Klar ist, dass die derzeit leistungsfähigsten Computer völlig primitiv sind verglichen mit dem PVR-Computer.
Die perfekte virtuelle Realität ist absolute Zukunftsmusik. Aber sie ist grundsätzlich möglich. Ich vermute stark, dass sie, verglichen mit der Reinkarnations-Technologie, das einfachere Problem darstellt. Daher wird sie bereits vor der Reinkarnations-Technologie zur Verfügung stehen. Das liefert die Lösung des Platzproblems. Denn für unser neues Leben wird dann nur noch unser Software-Gehirn benötigt. Der Software-Körper kann direkt in den PVR-Computer „eingescannt“ werden. Was das Platzproblem massiv entschärft. Erst das stellt sicher, dass auch wir dabei sein werden, wenn es zur Auferstehung der Verstorbenen kommt.
Kann nicht auch unser Software-Gehirn „eingescannt“ werden? Das ist eine Frage, die darauf hinausläuft, ob auch ein Computer Bewusstsein haben kann. Wir wissen jetzt, worauf es ankommt. Nämlich auf die massenhafte und vor allem zeitlich abgestimmte Bildung von Molekülen. Daher kann man sich durchaus einen Computer vorstellen, bei dem so etwas stattfindet und der dann ein unserem menschlichen Bewusstsein sehr ähnliches Bewusstsein hat. Aber es bedeutet auch, dass die Unterschiede zwischen diesem Bewusstseins-Computer und unserem Software-Gehirn nur noch gering sind. Daher stellt sich dann gar nicht mehr die Frage, ob man unser Software-Gehirn „einscannen“ kann.
Wie sieht unser neues Leben aus? Zunächst einmal werden wir uns sehr gut an das erste irdische Leben erinnern können. Das hat Vor- und Nachteile, aber es zeigt uns, dass wirklich „Ich“ ein neues Leben habe. Die gute Nachricht: Wir werden alle heute bereits verstorbenen Verwandten, Freunde und Bekannten wiedersehen. Denn die Lösung des Platzproblems bringt es ja mit sich, dass alle auferstehen werden. Natürlich wird es keine Krankheiten mehr geben, ein virtueller Körper wird nicht krank. Allerhöchstens noch das Software-Gehirn, aber man kann es ja jederzeit rekonstruieren. Wir sind also grundsätzlich unsterblich, allerdings scheint das abhängig zu sein vom weiteren Schicksal der Menschheit, ich komme darauf zurück.
Das neue Leben findet in der perfekten virtuellen Realität statt. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Zwei Beispiele für das, was dann möglich ist:
Ich möchte mich mit Freunden in einer Kneipe treffen. Die Verabredung erfolgt über den PVR-Computer. Die Kneipe inklusive der Freunde taucht dann in meinem Bewusstsein auf. Alle Kommunikation inklusive des Genusses der Getränke erfolgt über den PVR-Computer. Aber es wird mir so vorkommen, als ob ich wirklich in der Kneipe bin und wirklich mit meinen Freunden plaudere. Der große Vorteil: Ich kann das Szenario jederzeit beenden und muss nicht mühsam nach Hause laufen. Nun möchte ich einen Spaziergang am Strand machen, bevorzugt an der Costa del Sol. Jetzt sind die Strände dort bei schönem Wetter rappelvoll. Die perfekte virtuelle Realität erlaubt es, dass ich einen ganzen Strand für mich alleine habe. Beziehungsweise nur für mich und meine(n) Partner(in).
Wie lange dauert das neue Leben? Würde es voll und ganz von der Menschheit abhängen, dann würde es enden, wenn wir uns selbst auslöschen oder durch eine Epidemie zu Grunde gehen. Auch könnte es gar nicht erst beginnen, wenn das vor der Reinkarnations-Technologie passiert. Dann hätten wir Pech, aber gehen wir davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit hierfür sehr gering ist. Längerfristig haben wir allerdings in jedem Fall ein Problem: Irgendwann, in einigen Milliarden Jahren, wird sich die Sonne aufblähen und alles irdische Leben vernichten. Aber es gibt einen Plan B. Denn unser Hardware-Körper gehört ja zur inneren Welt und die ist überall. Das Universum ist voller Planeten, daher werden zweifellos sehr viele fortgeschrittene Zivilisationen existieren und ein Teil von ihnen verfügt auch über die Reinkarnations-Technologie. Es könnte also durchaus sein, dass wir in sehr ferner Zukunft, wenn die Erde nicht mehr existiert, ein neues Leben auf einem Planeten in einem anderen Sonnensystem haben werden.