Ist Auferstehung möglich?

Schon der griechische Philosoph Platon (428 v.Chr. – 348 v.Chr.) ging davon aus, dass wir eine unsterbliche Seele haben. Die stellt das wahre „Ich“ dar und überdauert den Tod. Was passiert aber mit ihr nach dem Tod? Wie kann eine Seele ohne Körper ein neues Leben führen? Das konnte Platon nicht überzeugend beantworten. Dann kam Jesus. Sein Grab war nach drei Tagen leer und er erschien seinen Jüngern und auch vielen anderen. Mit einem Körper. Er musste also leiblich auferstanden sein. Das konnte ein paar Jahre später der Apostel Paulus, der Jesus gar nicht persönlich gekannt hat, sehr gut „verkaufen“. Was zum Erfolg des Christentums führte. Wir sterben zwar, so seine Botschaft, bekommen aber nach dem Tod beim Jüngsten Tag, wenn das Reich Gottes auf Erden kommt, einen neuen Körper. Der ist entscheidend verbessert und führt, falls man das Jüngste Gericht erfolgreich überstanden hat, zu einem viel schöneren Leben hier auf der Erde, verbunden mit der Sicht auf die Herrlichkeit Gottes. Das kam bei den „normalen“ Menschen viel besser an als das unanschauliche Seelen-Konzept des Platon.

Bald aber gab es ein Problem, denn Jesus und auch Paulus gingen davon aus, dass der Jüngste Tag sehr nahe ist, noch zu ihren Lebzeiten kommen wird. Aber die Jahrhunderte vergingen und nichts passierte. Es gab immer mehr Gräber mit zu Staub zerfallenen Körpern. Wie sollten aus ihnen neue Körper geschaffen werden? Selbst wenn Gott allmächtig ist, so schien das doch ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Augustinus von Hippo (354 n. Chr. – 430 n.Chr.) fand dann eine überzeugende Lösung. Er griff das Seelenkonzept des Platon auf. Jeder Mensch hat eine unsterbliche Seele, die sein „Ich“ darstellt. Auch wenn der Körper längst zerfallen ist, so ist doch die Seele noch völlig unversehrt vorhanden. Und es stellt kein Problem für Gott dar, aus ihr am Jüngsten Tag einen neuen Körper zu formen. Ganz gleich, wie lange es noch bis zum Jüngsten Tag dauert. Das ist bis heute das Konzept des Christentums bezüglich des Lebens nach dem Tod.

Unsere Seele können wir mit unserem inneren Körper identifizieren. Ignorieren wir jetzt den Jüngsten Tag. Könnte es nicht sein, dass die Menschheit irgendwann Gott spielen wird und aus dem inneren Körper einen neuen materiellen Körper rekonstruieren kann? Theoretisch möglich ist das in jedem Fall. Denn unser innerer Körper enthält ja alle Information über alle unsere materiellen Körper, die wir in unserem irdischen Leben haben, bis auf die kleinste Kleinigkeit. Das bedeutet, dass man zum Beispiel denjenigen Körper rekonstruieren kann, den wir hatten, als wir 30 Jahre alt waren. Zweifellos wird es diese Auferstehungs-Technologie nicht zu unseren Lebzeiten geben. Das ist aber nicht schlimm, denn unser innerer Körper lebt ja ewig. Es bleibt allerdings die Frage offen, ob auch wir heute lebenden Menschen berücksichtigt werden, wenn es die Auferstehungs-Technologie beispielsweise erst in 100.000 Jahren geben wird.

Allerdings stellt die Auferstehungs-Technologie ziemlich sicher nur eine Zwischenstation dar, auch wenn sie zu einem sehr langen neuen Leben führt. Denn es wird wohl zeitlich begrenzt sein. Irgendwann wird nämlich alle Aktivität im Universum erloschen sein. Aber es gibt ja noch das ewige Leben in der inneren Welt.

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