Nahtoderfahrungen – Sind sie der Blick ins Jenseits?

Kann sich das Bewusstsein der inneren Welt zeigen, ohne dass wir wirklich tot sind? Das sollte so sein. Denn verhindert wird dieses Bewusstsein von der Aktivität des materiellen Körpers, insbesondere von der des Gehirns. Wenn also die Aktivität des Gehirns vorübergehend stark nachlässt oder sogar ganz verschwindet, dann sollte das Bewusstsein der inneren Welt auftauchen. Das passt zu den Nahtoderfahrungen.

Zeigen sie daher das Bewusstsein der inneren Welt? Stellen sie den Blick ins Jenseits dar? Ziemlich sicher nicht, zwei Gründe sprechen massiv dagegen.

Erstens zeigen sich praktisch die gleichen „Nahtoderfahrungen“ in ganz anderen Situationen, wo die Menschen sich keineswegs körperlich an der Schwelle zum Tod befinden. Zum Beispiel bei der Meditation oder bei großer Todesangst. Daher stellen die Nahtoderfahrungen eine Fehlfunktion des Gehirns dar. Es konstruiert die wahrgenommene Realität und da kann es in speziellen Situationen durchaus zu Fehlkonstruktionen kommen. Die dann beispielsweise zu der Illusion führen, dass man sich außerhalb des materiellen Körpers befindet. Oder dass man in einen Tunnel mit Licht am Ende blickt. Zu diesen speziellen Situationen gehört zweifellos das sterbende Gehirn in der Nähe des Todes. Dazu gehören aber beispielsweise auch, wie schon erwähnt, die Meditation und die große Todesangst.

Der zweite Grund, der gegen die Nahtoderfahrungen als Blick ins Jenseits spricht, ist die Tatsache, dass wir nur die Erinnerungen an sie kennen. Was wir als die Nahtoderfahrungen bezeichnen, stellt nie das Originalerlebnis dar. Zwar ist es sehr wahrscheinlich, dass die Menschen, deren Gehirn vorübergehend ohne Aktivität war, das Bewusstsein der inneren Welt erfahren haben. Der entscheidende Punkt ist aber, dass sie hinterher nicht davon berichten können. Denn alle Erinnerungen sind, so wie alle unsere Wahrnehmungen, stets eine Konstruktion des Gehirns. Und es kann nur das rekonstruieren (= Erinnerung), was es selbst in der Vergangenheit konstruiert hat (= Originalerlebnis). Es ist daher völlig unmöglich, dass man sich an Erlebnisse erinnert, die nicht mittels des Gehirns wahrgenommen worden sind. Die Nahtoderfahrungen, von denen berichtet wird, müssen daher gemacht worden sein, als im Gehirn noch oder wieder eine gewisse Restaktivität vorhanden war.

Ein Gedanke zu „Nahtoderfahrungen – Sind sie der Blick ins Jenseits?“

  1. Hallo Herr Schuster,
    zu Erinnerungsvermögen, welches nach Ihrer Ansicht nur dem Gehirn zugeordnet werden kann, möchte ich folgendes sagen. Nachdem ich mich ausführlich mit den Schriften Rudolf Steiners beschäftigt habe, bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass die noch verfeinerte Erinnerung und die am längsten aufbewahrte in unserem Ätherkörper gespeichert ist. Auch die Tatsache, dass sich Menschen mit Nahtoderfahrung an Dinge erinnern, die ausserhalb ihres wahrzunehmenden Umkreises gemacht worden sind (ausserhalb des Raumes, Gebäudes, Unfallstelle….) zeit dass es keine Funktion des Gehirns sein kann. Der Ätherkörper bewegt sich ausserhalb des irdischen Körpers, er tritt ja in Ausnahmezuständen heraus, annuliert Zeit und Raum und ist deswegen fähig, überdimensional wahrzunehmen. Es werden auch immer nur schon Verstorbene wahrgenommen, nie lebende Menschen.
    Liebe Grüße
    Susanne Chrost

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