Was kommt nach der Quantenphysik?

Tatsächlich hat die Quantenphysik nicht nur das Messproblem. Sie hat noch zwei weitere große Probleme. Das eine ist die bislang nicht mögliche Vereinigung der Quantenphysik mit der allgemeinen Relativitätstheorie. Was vermutlich ein Problem beider Theorien darstellt. Das andere Problem ist das allen physikalischen Theorien gemeinsame Problem. Denn jede Theorie ist immer eine Mischung aus Erklären und Beschreiben. Das bedeutet, dass es stets etwas Unerklärtes gibt, was von einer noch fundamentaleren Theorie erklärt werden muss. Die aber auch wieder eine beschreibende und damit unerklärte Komponente aufweist. Es wird also auch in einer Million Jahren (falls die Menschheit dann noch existiert) neue physikalische Theorien geben.

Das allen physikalischen Theorien gemeinsame Problem sieht man sehr schön bei den Planetenbahnen. Sie wurden von Johannes Kepler korrekt als Ellipsen beschrieben, er lieferte aber keine Erklärung für die Ellipsen. Das tat dann Isaac Newton. Er stellte das Gesetz für die Gravitationskraft auf. Das erklärte die Ellipsenbahnen. Die Gravitationskraft selbst konnte er aber nur beschreiben, er konnte sie nicht erklären. Das gelang dann Albert Einstein. Seine allgemeine Relativitätstheorie erklärt die Gravitationskraft mittels der Raumzeitkrümmung. Bewirkt wird sie von Masse und Energie. Das wird von der allgemeinen Relativitätstheorie allerdings nur beschrieben. Auf die Erklärung, warum Masse und Energie die Raumzeitkrümmung bewirkt, warten wir noch immer.

Bei der Quantenphysik sind es die Superpositionszustände, die nur beschrieben, aber nicht erklärt werden. Es wird also irgendwann, das ist völlig sicher, eine fundamentalere Theorie geben. Die die Superpositionszustände erklärt und nicht nur beschreibt. In der es nicht mehr das Messproblem gibt und die vermutlich die Vereinigung von Quantenphysik und allgemeiner Relativitätstheorie liefert. Inklusive der Erklärung der Raumzeitkrümmung. Möglicherweise verschwinden dann auch die von Albert Einstein so wenig geliebten Wahrscheinlichkeiten. Aber, ich will das nochmals betonen, das wird trotzdem nicht die letzte Theorie sein.

Wie könnte diese fundamentalere Theorie aussehen? Naheliegend ist, dass wir die Konzepte von Raum und Zeit radikal überarbeiten müssen. Natürlich bin ich auch nicht im Entferntesten in der Lage, hierzu ein ausgearbeitetes Konzept vorstellen zu können. Aber ich habe eine Idee, die einen Ansatz für die fundamentalere Theorie darstellen könnte. Diese Idee ist zugebenermaßen ziemlich unkonventionell.

Wir gehen immer davon aus, dass zwei verschiedene Orte voneinander getrennt sind. In dem Sinne, dass man den dazwischenliegenden Raum durchqueren muss, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Genauso gehen wir davon aus, dass die Vergangenheit von der Gegenwart getrennt ist. In dem Sinne, dass nichts aus der Vergangenheit in der Gegenwart auftauchen kann. Meine Idee ist nun, dass sowohl die räumliche als auch die zeitliche Trennung überwunden werden kann. Nicht im plumpen Sinne eines Beamens von einem Ort zum anderen oder von der Vergangenheit in die Zukunft gemäß Raumschiff Enterprise. Das Überwinden ist von subtilerer Natur. Den Schlüssel hierzu bildet eine Welt losgelöst von Raum und Zeit, die ich die innere Welt nenne. Sie dient als Vermittler zwischen den räumlichen und zeitlichen Distanzen.

Näher stelle ich meine Idee auf der Seite „Geist und Materie – Warum es nicht nur die materielle Welt gibt.“ vor. Tatsächlich können mit meiner Idee die Superpositionszustände erklärt werden und es lässt sich problemlos das Messproblem lösen. Und sie zeigt, wie unser Bewusstsein erzeugt wird.

Stellt meine Idee auch einen Ansatz zur Vereinigung von Quantenphysik und allgemeiner Relativitätstheorie dar? Es gibt vier verschiedene Kräfte in der Natur, sie werden von den Physikern als Wechselwirkungen bezeichnet. Sie stellen alle Fernwirkungen dar. Das soll heißen, dass sie über räumliche und zeitliche Distanzen wirken. Wobei die Fernwirkungen bei den Physikern völlig unerwünscht sind und sie sich stark bemüht haben, diese durch Nahwirkungen zu ersetzen. Bei drei der vier Wechselwirkungen, das sind die, die von der Quantenphysik beschrieben werden, wird die Nahwirkung durch virtuelle, also unsichtbare, Austauschteilchen erzeugt. Bei der vierten Wechselwirkung, das ist die Gravitation, gelingt das nicht. Bei ihr wird die Nahwirkung durch die von der allgemeinen Relativitätstheorie beschriebenen Raumzeitkrümmung erzeugt. Die innere Welt dient, ich betone das nochmals, als Vermittler zwischen den räumlichen und zeitlichen Distanzen. Folglich könnte sie bei allen vier Wechselwirkungen zum Ersatz der Fernwirkungen durch Nahwirkungen führen. Das würde dann tatsächlich den Schlüssel zur Vereinigung von Quantenphysik und allgemeiner Relativitätstheorie darstellen.