Wie Bewusstsein entsteht

Kehren wir zum Anfang meiner Geschichte zurück. Vor ein paar Jahren wollte ich etwas Neues schaffen und suchte mir das Thema „Bewusstsein“ aus. Mit ihm beschäftigen sich vor allem die Philosophen und die Neurowissenschaftler. Die Philosophen versuchen, dem Bewusstsein durch reines Nachdenken auf die Spur zu kommen. Bislang ohne Erfolg. Die Neurowissenschaftler schauen sich das Gehirn genau an. Dem Bewusstsein sind sie aber dadurch nicht nähergekommen. Warum scheitern alle ihre Bemühungen? Das liegt am materiellen Weltbild der Philosophen und Neurowissenschaftler. Für sie gibt es nur die Materie, sonst nichts. Das Bewusstsein muss deshalb eine Eigenschaft der Materie sein. Aber wie aus ihr beispielsweise das Rot des Sonnenuntergangs entsteht, das können sie nicht erklären. Da gibt es nicht den Hauch eines Ansatzes.
Das materielle Weltbild ist unvollständig. Wie im vorletzten Kapitel erläutert, zeigen die Erklärung der Verschränkung und die Lösung des Messproblems, wie die Ergänzung aussieht: Es gibt neben der materiellen Welt eine von Raum und Materie losgelöste innere Welt. Beide Welten sind aufs Engste miteinander verbunden, denn es herrscht zwischen ihnen ein intensiver Informationsaustausch. Ich fragte mich, ob er nicht irgendetwas mit unserem Bewusstsein zu tun haben könnte. Denn es stellt ja Information dar, die in unserem Gehirn auftaucht. Und es taucht in ihm sehr viel Information aus der inneren Welt auf. Denn wie Sie wissen, kommt es bei jedem sich neu bildenden Atom oder Molekül zum Auftauchen der passenden Abbilder aus reiner Information. Das erzeugt seine Superpositionszustände. Im Gehirn werden ständig Moleküle in riesigen Mengen neu gebildet. Erzeugen die dabei auftauchenden Abbilder unser Bewusstsein?
Ich betrachtete zunächst ein einzelnes Atom. Hat es Bewusstsein? Zur Antwort auf diese Frage musste ich das „Grundprinzip des Bewusstseins“ finden. Ich gelangte schließlich zu folgendem Grundprinzip: Bewusstsein ist die Wahrnehmung der Ursache von Veränderung. Dann hat schon ein einzelnes Atom Bewusstsein: Die auftauchenden Abbilder werden von ihm wahrgenommen, weil sie die Ursache für seine Veränderung sind. Sie verändern es, weil sie ja die Superpositionszustände erzeugen. Ein einzelnes Atom hat allerdings nur im Moment seiner Neubildung Bewusstsein. Denn wenn die Veränderung abgeschlossen ist, wird deren Ursache nicht mehr wahrgenommen. Lässt sich damit unser menschliches Bewusstsein erklären? Und passt die Erklärung zu den Erkenntnissen der Neurowissenschaftler?