Wie unser Bewusstsein erzeugt wird

Das Gehirn lässt sich zwar mittels der Physik bis ins letzte Detail beschreiben, aber daraus folgt niemals die Erklärung für unser Bewusstsein. Weil die Physik das nicht hergibt. Man kann sich natürlich alternativ auf den Standpunkt stellen, dass das Bewusstsein nichts mit Physik zu tun hat. Aber das liefert natürlich erst recht keine Erklärung. So sieht der aktuelle Stand aus, man befindet sich in einer Sackgasse. Die einzige Chance, um aus ihr heraus zu kommen: Die Physik muss ergänzt werden.
Wie auf der Startseite erläutert, gibt es in der Physik eine weitere Lücke. Das ist die fehlende Erklärung für die Verschränkung. Meine Idee war nun, zunächst nach der Erklärung für die Verschränkung zu suchen. Das sollte mir dann, so meine Hoffnung, auch die Erklärung für das Bewusstsein liefern.
Ich fand die Erklärung für die Verschränkung: Es existiert neben der materiellen Welt auch noch eine Welt losgelöst von Raum und Materie. Ich nenne sie die innere Welt. Beide Welten sind aufs Engste miteinander verbunden, denn es herrscht ein intensiver Informationsaustausch. Er findet, jetzt muss ich etwas detaillierter werden, bei jeder Bildung eines Atoms oder Moleküls statt. Es passiert zweierlei. Erstens wird vom sich bildenden Atom oder Molekül ein Abbild aus reiner Information in der inneren Welt erzeugt. Zweitens tauchen alle bereits in der inneren Welt vorhandenen und passenden Abbilder am Ort des sich bildenden Atoms oder Moleküls auf und erzeugen seinen Superpositionszustand. Der sorgt für die Stabilität des sich bildenden Atoms oder Moleküls. Also für seine Existenz. Ohne es hier näher zu erläutern, löst das das Rätsel der Verschränkung. Und erstaunlicherweise auch das zweite fundamentale Problem der Quantenphysik, das ist das Messproblem. Was die innere Welt und den Informationsaustausch natürlich sehr plausibel macht.
Dieser bei jeder Bildung eines Atoms oder Moleküls stattfindende Informationsaustausch ist ein Prozess, den es bislang in der Physik nicht gab. Er liefert das Grundprinzip des Bewusstseins: Ein Atom oder Molekül geht bei seiner Bildung von der Nicht-Existenz in die Existenz über und es ist genau die auftauchende Information aus der inneren Welt in Form der passenden Abbilder, die, wie weiter oben schon festgestellt, seine Existenz bewirkt. Jede Bildung eines Atom oder Moleküls hat daher zwei Seiten, eine innere geistige (= Ursache) und eine äußere materielle (= Wirkung), und beide Seiten sind untrennbar miteinander verbunden. Mittels dieses Grundprinzips des Bewusstseins lässt sich, wie ich jetzt zeigen werde, das menschliche Bewusstsein erklären.
Unser Gehirn besteht aus 100 Milliarden Zellen, die nennt man Neuronen. Sie haben eine Besonderheit, denn sie geben Salven von elektrischen Impulsen ab. Dazu sagt man griffig, dass sie feuern. Mit den elektrischen Impulsen regen sie sich gegenseitig an. Aufgebaut ist das Gehirn aus Modulen, das sind Gruppen von Neuronen, die jeweils für eine bestimmte Aufgabe stehen. Zum Beispiel für die Farbe oder die Form eines betrachteten Objekts.
Wenn wir bei Bewusstsein sind, dann gibt es immer ein großes neuronales Netzwerk aus vielen besonders eng miteinander verbundenen Modulen. Das erzeugt gemäß der Neurowissenschaften unser Bewusstsein, daher nenne ich es im Folgenden das Bewusstseins-Netzwerk. Wobei die Neurowissenschaften natürlich nicht sagen können, wie es das Bewusstsein erzeugt. Sie können nur sagen, dass es von ihm erzeugt wird. Wie sieht die besonders enge Verbundenheit der Module im Bewusstseins-Netzwerk aus? Dazu liegt eine klare Erkenntnis vor: Das Feuern der Neuronen des Bewusstseins-Netzwerks erfolgt nach Art eines Orchesters. Viele Instrumente spielen gleichzeitig, aber ihre Zusammensetzung ändert sich ständig. Es gibt daher immer einen Satz von gleichzeitig feuernden Neuronen. Hierzu sagt man, dass sie synchron feuern. Das bedeutet, dass sie ihre elektrischen Impulse immer genau zur gleichen Zeit abgeben. Wobei der Satz der synchron feuernden Neuronen sich ständig verändert. Ihm gehören zu unterschiedlichen Zeitpunkten stets andere Neuronen an. Innerhalb des Bewusstseins-Netzwerks existiert somit eine enge zeitliche Abstimmung zwischen den Neuronen. Das ist sein Alleinstellungsmerkmal und garantiert die koordinierte Zusammenarbeit seiner Neuronen. Sie ist extrem wichtig für unser Verhalten, denn aus dem Bewusstseins-Netzwerk kommen die Anweisungen für unser bewusstes Handeln.
Hier jetzt nochmals das Grundprinzip des Bewusstseins: Jede Bildung eines Atoms oder Moleküls hat zwei Seiten. Eine äußere materielle, das ist das sich bildende Atom oder Molekül selbst. Und eine innere geistige, das sind die auftauchenden Abbilder aus der inneren Welt, die die Bildung bewirken.
Nicht nur im Gehirn, sondern überall im menschlichen Körper werden ständig Moleküle in riesiger Zahl gebildet. Das bewirkt zweierlei. Erstens neue Abbilder in der inneren Welt, was für den auf der Startseite erwähnten zweiten Körper sorgt, der den Schlüssel zum Leben nach dem Tod liefert. Aber es passiert noch mehr: Alle passenden Abbilder (die stammen von unserem zweiten Körper) tauchen bei den sich bildenden Molekülen auf und bewirken, dass sie im Moment ihrer Bildung Bewusstsein haben. Daher sollten wir ein Ganzkörper-Bewusstsein besitzen, bestehend aus der Gesamtheit der Mini-Bewusstseins aller sich im ganzen Körper bildenden Molekülen. Unser Bewusstsein ist aber völlig anders. Erstens ist es im Gehirn konzentriert und nicht über den ganzen Körper verteilt. Und zweitens ist es hochgradig strukturiert. Wohingegen das Ganzkörper-Bewusstsein zu einem Informationsbrei führen sollte. Das ist zu klären.
Fragen wir uns zunächst, was die sich bildenden Moleküle sind, die im Gehirn das Bewusstsein bewirken. Da drängt sich etwas auf: die Synapsen. Sie sitzen in den Verbindungsleitungen zwischen den Neuronen und sind kleine Verdickungen mit einem Spalt. Es gibt sie in riesiger Zahl, auf ein Neuron kommen etwa 1000 Synapsen. Trifft ein elektrischer Impuls auf eine von ihnen, so kann er sie aufgrund des Spalts nicht überwinden. Er setzt aber kleine Moleküle frei, die sogenannten Neurotransmitter. Diese durchqueren den Spalt und docken auf der anderen Seite an riesige Moleküle, die Rezeptormoleküle, an. Das wiederum löst eine elektrische Erregung aus, die sich weiter fortpflanzt in Richtung des nächsten Neurons. So hat der elektrische Impuls den Spalt letztlich doch überwunden. Das Andocken der Neurotransmitter an die Rezeptormoleküle bewirkt ihre Neubildung. Denn die Neurotransmitter reagieren mit ihnen, und es entstehen vergrößerte Rezeptormoleküle. Die haben eine andere Form als die ursprünglichen Rezeptormoleküle. Diese veränderte Form löst zahlreiche Effekte aus. Der wichtigste ist die erwähnte elektrische Erregung.
Jedes Rezeptormolekül hat im Moment seiner Neubildung Bewusstsein. Aber sie sind überall im Gehirn vorhanden. Warum wird dann unser Bewusstsein nur von den Rezeptormolekülen des Bewusstseins-Netzwerks erzeugt? Wie schon festgestellt, weist es ein Alleinstellungsmerkmal auf. Das ist die zeitliche Abstimmung und sie führt dazu, dass ein Teil seiner Neuronen synchron feuert. Das bewirkt einen Verstärkungseffekt, weil sich die Rezeptormoleküle in ihren Verbindungsleitungen alle gleichzeitig neu bilden. Dadurch kommt es zum gleichzeitigen Auftauchen der entsprechenden passenden Abbilder. Die sind nicht vollständig lokalisiert, da sie ja aus der vom Raum losgelösten inneren Welt kommen. Daher überlagern sie sich, was zu ihrer gegenseitigen Verstärkung führt.
Aufgrund dieses Verstärkungseffekts dominieren die im Bewusstseins-Netzwerk auftauchenden Abbilder in unserem Bewusstsein. Alle anderen sich nicht-synchron neu bildenden Rezeptormoleküle im Gehirn und alle im übrigen Körper sich bildenden Moleküle führen zwar ebenfalls zu Bewusstsein, das wird aber vom Verstärkungseffekt des Bewusstseins-Netzwerks völlig überdeckt.
Der Verstärkungseffekt aufgrund des synchronen Feuerns der Neuronen erklärt zwar, warum das Bewusstseins-Netzwerk dominiert. Er erklärt aber nicht die Strukturierung des Bewusstseins. Denn wenn Sie vor sich eine rote Kugel und einen blauen Würfel nebeneinander auf dem Tisch liegen sehen, dann sind die rote Kugel und der blaue Würfel in Ihrem Bewusstsein getrennt. Würden die bewusstseins-bildenden Neuronen alle völlig synchron feuern, dann gäbe es in Ihrem Bewusstsein eine Überlagerung der roten Kugel und des blauen Würfels und keine Trennung der beiden Objekte.
Das Gehirn ist aber raffinierter. Denn wie schon erläutert, feuern die Neuronen des Bewusstseins-Netzwerks nach Art eines Orchesters. Das bedeutet, dass sie nicht alle synchron feuern, sondern zeitlich fein abgestimmt. Wenn Sie die rote Kugel und den blauen Würfel betrachten, dann sind vier Module aktiv. Zwei für die Formen „Kugel“ und „Würfel“, und zwei für die Farben „Rot“ und „Blau“. Die Module „Kugel“ und „Rot“ feuern völlig synchron, daher sehen sie die rote Kugel und nicht „Rot“ und „Kugel“ getrennt. Gleiches gilt für den blauen Würfel. Woher aber kommt die Trennung zwischen der roten Kugel und dem blauen Würfel? Die Ursache hierfür besteht darin, dass die Module der roten Kugel und des blauen Würfels zeitlich zueinander versetzt feuern. Das bewirkt die Trennung der roten Kugel und des blauen Würfels im Bewusstsein. Es ist genau dieses Prinzip der zeitlichen Abstimmung, das zu unserem strukturierten Bewusstsein führt.