Die Lösung des Rätsels der Verschränkung

Wir schon weiter oben gesagt, begann ich mich 2009 mit unserem Bewusstsein zu beschäftigen. Und wollte natürlich gerne zeigen, wie es erzeugt wird. Der gemäßigte Zwei-Aspekte-Monismus wurde zu meinem Ausgangspunkt. Aber die Existenz der inneren Natur war bislang spekulativ. Mein erster Schritt musste also darin bestehen, die innere Natur zu begründen. Es gibt einen Ansatz: Wenn sie wirklich existiert, dann muss man davon ausgehen, dass die äußere Natur aus ihr hervorgeht. Das stellt einen Zusammenhang zwischen der inneren Natur und der Physik her. Könnte damit nicht der indirekte Nachweis gelingen? Der besteht darin, dass sich mit der inneren Natur ein fundamentales Rätsel lösen lässt. Hierfür suchte ich mir die Verschränkung aus, neben dem Bewusstsein das wohl mysteriöseste Rätsel überhaupt.
Wie von mir erläutert, können sich zwei verschränkte Objekte augenblicklich beeinflussen, auch wenn sie Lichtjahre voneinander entfernt sind. Irgendwie sind sie also miteinander verbunden. In der räumlichen Welt ist das zweifellos nicht der Fall, in einer Welt losgelöst vom Raum ist das aber sehr wohl möglich.
Mir war sofort klar, dass zur Lösung des Rätsels der Verschränkung die räumliche und die vermutete nicht-räumliche Welt aufs Engste miteinander verbunden sein müssen. Wie aber sieht die Verbindung aus? Da drängte sich eine Idee regelrecht auf: In der nicht-räumlichen Welt befindet sich die innere Natur der Materie. Und da sie die äußere Natur, die sich natürlich in der räumlichen Welt befindet, erzeugt, müssen beide Welten eng miteinander verbunden sein. Denn überall dort, wo sich in der räumlichen Welt ein Elementarteilchen, Atom oder Molekül befindet, ist die nicht-räumliche Welt in Form der entsprechenden inneren Natur an die räumliche Welt angebunden.
Der nicht-räumlichen Welt gab ich auch einen Namen, ich nenne sie konsequenterweise die innere Welt.
Um jede Verwirrung zu vermeiden, zunächst ein paar Worte zu den Bezeichnungen: Wenn ich im Folgenden von einem Elementarteilchen, Atom oder Molekül spreche, dann meine ich stets seine äußere Natur, also das, was die Physik darunter versteht. Wenn ich von der inneren Natur spreche, dann sage ich das explizit.
Jede Sorte Elementarteilchen, Atom oder Molekül hat ihre eigene innere Natur, die ist aber jeweils nur ein einziges Mal vorhanden. Das ist einfach einzusehen, denn in der nicht-räumlichen inneren Welt gibt es keine räumliche Trennung. Folglich kann es von einer inneren Natur auch nicht zwei oder mehrere Exemplare geben. Aber es existieren natürlich jeweils beliebig viele äußere Naturen, also beliebig viele Elementarteilchen, Atome und Moleküle von jeder Sorte. Das funktioniert, weil zum Beispiel die innere Natur des Elektrons an beliebig vielen Orten an die räumliche Welt anbinden kann. Und überall dort, wo das geschieht, taucht ein Elektron auf.
Mittels diesem Prinzip lässt sich, wie ich jetzt erläutern werde, das Rätsel der Verschränkung lösen.
Schauen wir uns hierzu zwei Quantenobjekte A und B an, die beide in einem Superpositionszustand aus schwarz und weiß sind (selbstverständlich gibt es in der Quantenwelt keine echten Farben, sie stehen für abstrakte Eigenschaften). A und B vereinigen sich und bilden ein neues zusammengesetztes Quantenobjekt, nennen wir es AB. Die Besonderheit von AB ist, dass es nur die Farbe grau haben kann. Das bewirkt, dass es für AB nur zwei mögliche Zustände gibt: A = schwarz und B = weiß oder A = weiß und B = schwarz. Was bedeutet, dass die Farbe von A die Farbe von B bestimmt und umgekehrt. Das gilt, wenn A und B zusammenhängen. Es gilt aber auch dann noch, wenn A und B getrennt werden und Lichtjahre voneinander entfernt sind. Genau das ist das Phänomen der Verschränkung.
Nehmen wir jetzt an, A befindet sich am Ort x und B am viele Lichtjahre entfernten Ort y. Wir sprechen von den physikalischen Versionen, also von den äußeren Naturen. Es gibt aber auch noch die inneren Naturen. Die Verschränkung bewirkt, dass die inneren Naturen von A und B nicht getrennt sind, sondern eine einzige innere Natur bilden. Das Rätsel der Verschränkung ist deshalb ein so großes Rätsel, weil für die Physik am Ort x nur A existiert und am viele Lichtjahre entfernten Ort y nur B. Ohne ersichtliche Verbindung untereinander. Tatsächlich aber ist das nicht die ganze Wahrheit, denn es gibt auch noch die gemeinsame innere Natur. Sowohl am Ort x als auch am Ort y bindet sie an die räumliche Welt an. Am Ort x erzeugt sie A und am Ort y erzeugt sie B. Aufgrund der gemeinsamen inneren Natur sind A und B also durchaus miteinander verbunden, selbstverständlich unabhängig von ihrer Entfernung.
Jetzt wird an A eine Messung durchgeführt, die verändert A. Es ist nicht mehr in einem Superpositionszustand aus schwarz und weiß, sondern entweder schwarz oder weiß. Nehmen wir an, es ist schwarz. Aber die Messung bewirkt noch mehr, nämlich die Bildung einer neuen inneren Natur, bestehend aus der gemeinsamen inneren Natur von A und B und der inneren Natur des Messgeräts. Die neue innere Natur enthält auch die Information über das Messresultat. Aber sie umfasst A und B. Daher ist die Information nicht A = schwarz, sondern A = schwarz und B = weiß. Die neue innere Natur ist sowohl am Ort x als auch am Ort y an die räumliche Welt angebunden. Am Ort y bewirkt sie, dass ein verändertes B erzeugt wird, das der neuen inneren Natur entspricht. Es verliert dadurch seinen Superpositionszustand aus schwarz und weiß und wird weiß. Und das natürlich augenblicklich. So erklärt sich das Phänomen der Verschränkung.
Das begründet sowohl die Existenz der inneren Welt als auch der inneren Natur der Materie. Man kann mein Konzept daher durchaus die Vorstufe einer Theorie nennen. Also als eine Hypothese bezeichnen, die Hypothese der inneren Welt (HIW).
Ich konnte dann zum zweiten Schritt übergehen. Denn mein Ausgangspunkt zur Erklärung des Bewusstseins war ja die gemäßigte Variante des Zwei-Aspekte-Monismus. Ich musste also zeigen, wie der Prozess aussieht, der aus der inneren Natur, die ja bei der gemäßigten Variante „nur“ Proto-Bewusstsein darstellt, Bewusstsein macht. Hierzu schauen wir uns zunächst unser Bewusstsein etwas ausführlicher an.