Keine Angst mehr vor dem Tod

Der griechische Philosoph Epikur von Samos (341 v. Chr. – 270 v. Chr.) sah den Tod gelassen: „Mit dem Tod habe ich nichts zu schaffen. Bin ich, ist er nicht. Ist er, bin ich nicht.“ Hingegen hat der US-Schauspieler und Regisseur Woody Allen (geb. 1935) nach eigenem Bekunden große Angst vor dem Tod und versucht sie mit Humor zu überspielen: „Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich möchte nur nicht dabei sein, wenn’s passiert.“
Fragen wir zunächst ganz allgemein, wie Angst entsteht. Sie stellt sich immer dann ein, wenn es zu existenzbedrohenden Situationen kommt. Auch Tiere haben Angst, sie bekommen sie aber nur bei echten existenzbedrohenden Situationen. Da sie stets nur im „Jetzt“ leben. Wir Menschen hingegen denken ständig an die Zukunft, entwerfen immer neue Zukunftsszenarien. Darunter auch solche, in denen existenzbedrohende Situationen vorkommen. Und die führen dazu, dass wir Angst bekommen. Obwohl es diese Zukunftsszenarien nur in unserer Vorstellung gibt. Das einfachste Rezept zur Vermeidung von Angst lautet daher, dass wir so wie die Tiere immer nur im „Jetzt“ leben müssen. Das aber funktioniert nur äußerst begrenzt, weil es in der Natur unseres Gehirns liegt, ständig neue Zukunftsszenarien zu entwerfen.
Die Angst ist zwar unangenehm, sie ist aber auch sehr wichtig, denn sie schützt uns davor, besonders leichtsinnig zu agieren. Wir sind daher die Nachfahren von Angsthasen, denn die Menschen ohne Angst lebten in der Regel nicht lange genug, um Nachfahren zu bekommen. Was bedeutet, dass jeder von uns Angst hat, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt.
Woher kommen diese Unterschiede? Die Angst ist ein Gefühl und alle Gefühle sind eng mit dem Denken verbunden. Insbesondere damit, wie Dinge bewertet werden. Hierzu ein Beispiel: Manche sehen das Fliegen als existenzbedrohend an, entsprechend haben sie eine ausgeprägte Flugangst und steigen in kein Flugzeug. Für andere ist das Fliegen hingegen ein Vergnügen und mit keinerlei Angst verbunden. Das Fliegen an sich ist also nicht das Problem, es ist nicht zwangsläufig existenzbedrohend. Entscheidend ist vielmehr, wie man darüber denkt. Wie man also das Fliegen bezüglich seiner Existenzbedrohung bewertet.
Die Bewertungen sind meistens tief im Denken verwurzelt und lassen sich daher nur sehr schwer ändern. Sie können auf tatsächlichen Erfahrungen beruhen. Zum Beispiel wird jemand, der einmal von einer Straßenbahn angefahren wurde, nachher Angst vor ihnen haben. Sie können aber auch auf Vorurteilen beruhen, bei der Flugangst wird das in der Regel so sein. Die Bewertung des Todes bezüglich seiner Existenzbedrohung beruht selbstverständlich stets auf einem Vorurteil. Maßgeblich beeinflusst wird es vom vorherrschenden Weltbild.
Im Mittelalter wurde es von den Religionen bestimmt, daher waren praktisch alle Menschen davon überzeugt, dass es nach dem Tod weitergeht. Er wurde daher in der Regel als nicht existenzbedrohend bewertet, also sollte es damals auch keine Angst vor ihm gegeben haben. Dafür aber war die Hölle sehr dominant und vor der hatten die mittelalterlichen Menschen zweifellos riesige Angst. Die ist inzwischen weitgehend verschwunden, wie aber sieht es heute mit der Angst vor dem Tod aus?
Gemäß einer Umfrage der GfK-Marktforschung hat jeder zweite Teenager Angst vor dem Tod. Weil sie nicht wissen, was danach kommt. Hingegen haben nur 27 % der Menschen über 70 Angst vor dem Tod. An ein Leben nach dem Tod glauben 49 % der Senioren, aber nur 32 % der Teenager. Daher auch die Unterschiede bei der Angst, denn für die Teenager stellt der Tod eine deutlich stärkere Bedrohung der Existenz dar.
Die Angst vor dem Tod ist heute also sehr viel ausgeprägter als im Mittelalter. Was daran liegt, dass sich das vorherrschende Weltbild seitdem erheblich gewandelt hat. Bewirkt wurde der Wandel vom immer größeren Einfluss der Naturwissenschaften. Für sie ist ein Leben nach dem Tod nicht möglich. Insbesondere die Jüngeren sind heute deutlich weniger religiös und orientieren sich mehr an der Haltung der Naturwissenschaften. Daher auch ihre viel stärkere Angst vor dem Tod. Um sie abzumildern, muss der Zweifel am Leben nach dem Tod vermindert werden. Das könnte dadurch geschehen, dass man sich stärker den Religionen zuwendet. Was heutzutage aber eher die Ausnahme darstellt. Es gibt allerdings eine Alternative und die wird von diesem Buch geliefert. Die ablehnende Haltung der Naturwissenschaften zum Leben nach dem Tod beruht auf ihrem jetzigen Stand. Tatsächlich sind sie unvollständig aufgrund der fehlenden Erklärung des Bewusstseins. Dieses Buch liefert einen plausiblen Ergänzungsvorschlag und der führt dazu, dass ein Leben nach dem Tod aus naturwissenschaftlicher Sicht nicht nur möglich, sondern sogar sehr wahrscheinlich ist.
Sie haben dieses Buch gelesen. Was für Konsequenzen ziehen Sie daraus? Ich denke, es gibt drei verschiedene Möglichkeiten. Die erste ist, dass ich Sie nicht davon überzeugen konnte, dass es ein neues Leben nach dem Tod gibt. Dann bleibt das Buch ohne Konsequenzen. Die zweite Möglichkeit: Sie haben keine oder nur geringe Angst vor dem Tod, finden aber meine Argumente plausibel. Das sollte Sie in Ihrer Haltung bestätigen. Jetzt die dritte Möglichkeit. Die tritt dann auf, wenn Sie große bis panische Angst vor dem Tod haben und ich Sie davon überzeugen konnte, dass der Tod keine Existenzbedrohung darstellt. Das sollte als Konsequenz zu einer starken Verringerung Ihrer Angst führen. Wenn dem tatsächlich so ist, hat das Buch seine Botschaft erfolgreich vermittelt.